Ende der Fastenzeit: Einkehr mit weniger YouTube. Mit Verzicht auf Alkohol aber auch andere ablenkende Gewohnheiten bereiten sich Menschen auf Ostern vor.

Von Birgit Kindler, Lisa Röhrer und Nadja Straubinger. Erstellt am 16. April 2019 (03:00)
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Statt nur ein bisschen auf Ungesundes zu verzichten, ist für Prominente aus der Region die Fastenzeit ein Anlass ihre Lebensweise zu überdenken und bewusst Dinge wegzulassen. Das ist ihnen auch gelungen, wie sie kurz vor Ostern resümieren.

Schon seit vielen Jahren trinkt Otto Schwarz keinen Alkohol in der Fastenzeit und das, obwohl er ihn in seinem St. Pöltner Narrnkastl fast täglich vor der Nase hat. Schwer fällt ihm das trotzdem nicht. „Eigentlich ist es erstaunlich einfach. In der Fastenzeit wird es auch akzeptiert, dass man nichts mittrinkt“, meint Schwarz. Der Ober-Grafendorfer Unternehmer Wolfgang Stix verzichtet ebenfalls seit etwa 20 Jahren auf Alkohol in der Fastenzeit. Nur drei „Joker“ genehmigt er sich dann doch in den 40 Tagen: Einen davon löste der Jung-60er bei seiner Geburtstagsfeier ein, um mit Freunden und Bekannten anstoßen zu können.

„Eigentlich ist es erstaunlich einfach. In der Fastenzeit wird es auch akzeptiert, dass man nichts mittrinkt.“Otto Schwarz, Narrnkastl

Ganz ernst nimmt Stix das Fasten in den letzten zehn Tagen vor Ostern, die er im Waldviertel verbringt. Da nimmt der Unternehmer gar keine feste Nahrung zu sich. „Heuer gab es eine Gemüsebrühe bei der Ankunft und dann nur mehr Tee und Saft“, erzählt Stix. Das mache er in erster Linie für seine Gesundheit und zur Entschlackung. Außerdem nutze er die Zeit, alleine in der Natur und beim Wandern, um abseits der Hektik des Alltags zur Ruhe zu kommen. „Ich will in mich einkehren, demütig werden und mich von dem Überfluss distanzieren, in dem wir alle leben“, erzählt der Unternehmer.

Die Fastenzeit für den Verzicht auf Alkohol nutzt auch Weinburgs Bürgermeister Peter Kalteis seit „etlichen Jahren“: „Meistens gelingt es, manchmal war es schon beim Heringsschmaus am Aschermittwoch vorbei“, schmunzelt Kalteis. Heuer verzichtet er außerdem auf Schokolade und hat bisher konsequent durchgehalten. „Mit viel Sport habe ich so etliche Kilo verloren“, sagt Kalteis. Er möchte nun auch im Laufe des Jahres etwas mehr auf die Ernährung achten.

Bewusstere Ernährung hat sich auch Bezirksfeuerwehrkommandant Georg Schröder in der Fastenzeit vorgenommen: „Ich lasse manche Mahlzeiten aus und versuche mehr Obst zu essen, weniger Kaffee und mehr Wasser zu trinken. Außerdem achte ich darauf, dass ich mich mehr an der frischen Luft bewege.“ Eine gute Gelegenheit, um sich etwas einzuschränken, ist die Fastenzeit auch für Schröders Stellvertreter Max Ovecka: „Wir bei der Feuerwehr essen bewusster und weniger Süßes. Auch weniger Alkohol wird getrunken, außer an Sonntagen und am Bezirksfeuerwehrtag – aber der ist ja wie ein Feiertag.“

Ein willkommener Anlass, um seinen Fleischkonsum zu reduzieren und auf Süßigkeiten zu verzichten, ist die Fastenzeit für Stadtärztevertreter Florian Fiedler. „Ich nähere mich wieder meinem Wunschgewicht und fühle mich wohler“, freut sich Fiedler. Fasten bringe ihn auch immer wieder dazu, seinen Speiseplan zu durchforsten und bewusster zu essen, so der Arzt, „zum Beispiel mehr Obst und Gemüse“.

Sein Essen nimmt auch Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion der Diözese, in den 40 Tagen vor Ostern genauer unter die Lupe. „Ich lasse aber nichts ganz weg, nur so können manche Verhaltensweisen langfristig geändert werden“, ist der Prinzersdorfer überzeugt. Die Fastenzeit – auf die er sich jährlich freut – sei für ihn Anlass, Lebensgewohnheiten und eingefahrene Muster zu überdenken und Dinge achtsamer anzugehen.

„Zum Beispiel: Brauche ich dauernd Schokolade oder tut es ein Apfel auch.“ Heuer hat er sich außerdem vorgenommen, weniger Zeit vor dem Computer mit YouTube-Videos zu verbringen, auch mehr aufs Beten wollte er sich konzentrieren. „Im Großen und Ganzen ist mir das gelungen“, meint Haiderer.

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