„Habe mir Kindheitstraum erfüllt“. Die Regentschaft von Dirndlkönigin Julia Kollermann neigt sich mit September dem Ende zu.

Von Markus Glück und Nadja Straubinger. Erstellt am 14. Juli 2014 (10:54)
NOEN, Nadja Straubinger
Julia Kollermann, im Gespräch mit NÖN-Mitarbeiter Markus Glück, werden die Auftritte als Dirndlkönigin fehlen.

NÖN: Warum haben Sie sich als Kandidatin für die Dirndlkönigin zur Verfügung gestellt?

Julia Kollermann: Ich weiß noch, als ich kleiner war und Melanie Fuxsteiner Dirndlkönigin war, da dachte ich mir immer, es wäre schön, selbst einmal Dirndlkönigin zu sein. Damals habe ich schon mit meiner Mama darüber gesprochen, jedoch rückte das Thema durch die Schule in den Hintergrund. Irgendwann kam dann der Anruf von Anton Gonaus, ob ich bei der nächsten Wahl dabei sein möchte. Ich kam dann komplett unvorbereitet zur Veranstaltung. Am Ende wurde ich Dirndlkönigin und ich habe mir damit einen Kindheitstraum erfüllt.

Welches Wissen wurde bei der Wahl abgefragt?

Kollermann: Natürlich stand dabei die Dirndlfrucht im Mittelpunkt. So etwa die Merkmale der Frucht, wo sie am besten wachsen, aber auch über die Tourismusattraktionen im Pielachtal musste ich Bescheid wissen.

Was waren die ersten Gedanken nach der Wahl?

Kollermann: Die Entscheidung war ja direkt beim Dirndlkirtag vor Tausenden Menschen. Zuerst konnte ich es nicht glauben und ich wusste nicht, wie nun die Zukunft werden wird, und wie ich alle Aufgaben verwirklichen sollte.

Was ist Ihre Bilanz nach zwei Jahren Regentschaft?

Kollermann: Obwohl man sich vorher denkt, zwei Jahre dauern lange, ist die Zeit dann doch sehr verflogen. Ich bin sicherlich an der Aufgabe als Persönlichkeit gewachsen. Durch die Tätigkeit habe ich sehr viele Veranstaltungen besucht, die ich so nicht besucht hätte und habe dadurch viele neue Persönlichkeiten getroffen. In der gesamten Zeit war ich auf über 80 Veranstaltungen.

Gibt es manchmal privat Probleme, wenn man unterwegs ist?

Kollermann: Manchmal wird man darauf angesprochen. Es ist aber kein Problem für mich. Ich glaube auch nicht, dass es für manche ein Hemmnis ist, ich bin ja ein normaler Mensch.

Was sind die positiven Eindrücke, die Sie sammeln konnten?

Kollermann: Ich habe natürlich auch die anderen Hoheiten kennenlernen dürfen und Einblicke in diese Veranstaltungen bekommen, wo man Vergleichsmöglichkeiten hat. Außerdem hat mir die Zeit als Persönlichkeit sehr geholfen.

Wie hat sich Ihrer Meinung nach das Pielachtal in den letzten zwei Jahren verändert?

Kollermann: Ich glaube, dass das Dirndltal noch mehr in den Fokus gerückt ist. Das Pielachtal hat mittlerweile, auch durch die kommende Landesausstellung 2015, einen sehr hohen Bekanntheitsgrad und viele Besucher kommen zu uns.

Tut es Ihnen weh, dass Sie bei der Landesausstellung nicht mehr Dirndlkönigin sind?

Kollermann: Natürlich wäre es schön gewesen, bei der Landesausstellung als Dirndlkönigin dabei zu sein. Ich glaube aber auch, dass es meine Nachfolgerin, trotz wahrscheinlich sehr vieler Termine, die Aufgabe sehr gut lösen wird.

Was war das Anstrengende daran, Dirndlkönigin zu sein?

Kollermann: Bei über 80 Veranstaltungen ist es natürlich hin und wieder anstrengend. Außerdem wünscht man sich, manchmal auch mit Freunden unterwegs zu sein und für diese mehr Zeit zu haben. Am Ende war es dann meistens so, dass die Veranstaltungen trotz allem sehr unterhaltsam und interessant waren und ich den Besuch nie bereut habe.

Warum sollte jemand als Dirndlkönigin kandidieren?

Kollermann: Es ist einfach eine schöne Zeit, die aber sehr schnell vergeht. Man kann diese Erlebnisse seinen Enkeln erzählen. Persönlich möchte ich diese Momente und Erlebnisse nicht missen. Ich wünsche meiner Nachfolgerin genauso viele schöne Momente, wie ich sie haben durfte.

Welche Empfehlungen geben Sie an ihre Nachfolgerin?

Kollermann: Man muss auch Spaß verstehen, denn speziell bei Kirtagen zu späterer Stunde, wenn mehr Alkohol im Spiel ist, kann es zum Teil mühsam werden. Wichtig ist auch, Grenzen zu setzen.

Werden Ihnen die Auftritte als Dirndlkönigin fehlen?

Kollermann: Die Zeit wird mir sicherlich fehlen. Ich bin sehr froh, dass ich Dirndlkönigin geworden bin. Irgendwie möchte man noch weiter machen, aber andererseits reicht es dann auch. Für mich ist bei der Nachfolgerin kein Neid im Spiel, es wird mir aber sicherlich fehlen.

Wollen Sie sich weiter für das Dirndltal engagieren?

Kollermann: Überlegungen gibt es immer, ich möchte aber zuerst meine Schule fertigmachen und dann weiter schauen. Ich denke aber, dass ich in meiner Freizeit weiterhin mit der Dirndl zu tun haben und auch mein Wissen weitergeben werde. Immerhin bieten wir zu Hause Urlaub am Bauernhof an. Wenn mich im Zuge der Landesausstellung wer fragen würde, ob ich helfe, wäre ich nicht abgeneigt.