Familie gibt Lokal in Kirchberg auf. Wegen Planungsunsicherheit und Nachwuchs sattelt Andreas Riegler um.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 03. März 2021 (04:35)
Barbara und Andreas Riegler von der „Carambar“ orientieren sich künftig neu. Bürgermeister Franz Singer bedauert die Entscheidung zwar, ist aber zuversichtlich bald Nachfolger zu finden.
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Die Gerüchteküche brodelt schon seit Wochen, jetzt ist es fix: Andreas und Barbara Riegler schließen das Kapitel „Carambar“, aus Vernunftsgründen, wie die beiden sagen. „Ein Leben ohne Carambar wird für uns eine gewaltige Umstellung sein. Der Abschied wird uns schwerfallen.“

Für die Carambar und die Gastro in der Kirchberghalle wird nun ein Pächter gesucht. Erste Bewerber gibt es schon.
Hackner

Mit der Carambar hatten sich die Rieglers einen Traum erfüllt. Ein Jahr verbrachten sie in Mexiko, verdienten ihr Geld als Tauchlehrer und als Reiseleiterin. In Mexiko entstand auch die Idee zum Nachtlokal. Dieses Flair und das Urlaubsfeeling wollten die beiden in ihre Heimat nach Kirchberg bringen. Mehr als zehn Jahre war die Carambar ein zweites Zuhause für die Rieglers. 2016 zog das Paar mit der Carambar an den jetzigen Standort und übernahm auch die Pacht für die Kirchberghalle. Im letzten Jahr bauten sie trotz Coronakrise das Lokal noch von der Cocktail-Bar zum Restaurant um. Im November stellten sie ihre Karte auf Lieferservice und „To go“ um. Sogar Cocktails gab es zum Abholen. „Es hat uns wahnsinnig gefreut, wie gut dieses Angebot angenommen wurde. Unsere Stammgäste haben uns sehr gut unterstützt“, so Riegler.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es gibt einfach keine Planungssicherheit.“ Andreas Riegler, scheidender Betreiber der Carambar

Im jetzigen Lockdown gab es dann keinen Lieferservice mehr. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es gibt einfach keine Planungssicherheit“, erklärt Andreas Riegler die Entscheidung, das Lokal und die Pacht der Kirchberghalle aufzugeben.

Jetzt, da er und seine Frau Barbara das zweite Kind erwarten, wünschen sie sich mehr Sicherheit. Nach vielen Jahren in der Selbstständigkeit geht er jetzt den Schritt in ein Angestelltenverhältnis. „Sonst würden wir die Zeit einfach aussitzen. Da wir aber nicht wissen, wie lange das noch dauern wird, erscheint uns dieser Weg mit zwei Kindern einfach zu ungewiss und riskant“, sagt Riegler.

Es gibt schon erste Bewerber für die Pacht

Verständnis für die Entscheidung gibt es vom Kirchberger Bürgermeister Franz Singer. Er bedauert: „Es tut uns weh, es war wirklich eine gute Zeit.“ Singer zeigt sich aber zuversichtlich, was die Zukunft des Lokals und der Kirchberghallen-Gastro betrifft. „Die Umorientierung zum Tageslokal macht die Sache für neue Bewerber zusätzlich interessant“, ist Singer überzeugt. Die „Carambar“ habe sich gut in das in das Gastro-Konzept in der Gemeinde eingefügt. Riegler ist schon früh an den Bürgermeister herangetreten: „Es gibt schon einige Interessenten dafür. Vielleicht können wir bei der nächsten Gemeinderatssitzung schon eine Entscheidung treffen.“

Eine gute Nachricht für Gin-Freunde gibt es trotzdem. Die von Andreas Riegler entwickelte Spirituose „Cornelius Dirndl Gin“ wird es auch weiterhin über den Webshop geben.