Böller-Attacken in der Nacht: Fußballverein als Zielscheibe?

Erstellt am 10. August 2022 | 05:51
Lesezeit: 3 Min
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Beim Spiel Hofstetten gegen Hainfeld hätten die Unruhen begonnen, stand in einem Brief an die NÖN.
Foto: Wolfgang Wallner
Auf Mitglieder der UHG (Union Hofstetten-Grünau) hat es Unbekannter abgesehen. Kinder hätten große Angst.

Aufruhr herrscht seit Wochen in Hofstetten-Grünau. Böller, Rauchbomben und andere Silvesterkracher werden in Gärten geschmissen. Die Vorfälle werden in einem anonymen Schreiben, gezeichnet mit „die Bevölkerung aus Hofstetten-Grünau“, der NÖN detailliert geschildert. Der Terror finde, so der Verfasser, seit Mitte Juni statt.

Maskierter stürmte bei Meisterschaftsspiel den Platz

Begonnen hätte alles beim Meisterschaftsspiel Hofstetten-Hainfeld. Da stürmte ein Maskierter in der 70. Minute ins Match und warf Böller und Rauchbomben aufs Spielfeld. Einige dieser explodierten auf Sitzbänken, in deren Nähe sich Kinder aufhielten. Dann rannte der Unbekannte davon, Spieler und Zuseher standen unter Schock.

Seit diesem Vorfall sei in Hofstetten-Grünau keine Ruhe mehr. Nächstens, zwischen 1 und 4 Uhr morgens, werden in Gärten von Funktionären, Trainern und ehemaligen Trainern der Union Hofstetten-Grünau (UHG) Kracher geschmissen. Die Kinder der Betroffenen seien nun verunsichert.

Die Vorfälle wurden der Polizei gemeldet. Die Exekutive bestätigt die Anzeigen. Durch die Angriffe ist auch schon in einem Garten ein Swimmingpool beschädigt worden. Die Ermittlungen laufen.

„Aktuelle und Alt-Funktionäre waren bislang Zielscheiben bei den Vorfällen.“ UHG-Obmann Andreas Grünbichler

Doch wer steckt hinter solchen Aktionen? Gerüchte und Vermutungen gibt es, doch keiner wollte der NÖN, so lange keine handfesten Beweise vorliegen, Namen möglicher Tatverdächtiger nennen.

UHG-Obmann Andreas Grünbichler bestätigt, dass der Verein angegriffen wurde. „Aktuelle und Alt-Funktionäre waren bislang Zielscheiben bei den Vorfällen“, schildert er. Und: „Seit der Anzeige bei der Polizei ist es aber besser geworden. Ich hoffe daher, dass jetzt endlich Ruhe einkehrt.“

Auch die Gemeinde ist über die Attacken gegen Hofstettener in Kenntnis. „Wir sind um Aufklärung bemüht. Dass Bürger, auch Kinder, einfach in Angst und Schrecken versetzt werden, geht gar nicht“, grollt geschäftsführender ÖVP-Gemeinderat Günter Graßmann.

Sachdienliche Hinweise zu den Vorfällen sind an die Polizeiinspektion Rabenstein unter 059133/3173 erbeten und werden vertraulich behandelt.