Auch im Pielachtal: Auf die Weide mit den Pflanzenfressern!

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:29
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8266097_pie02pie_bauern_c_privat_taschl.jpg
Bettina Reisenbauer und Stefan Taschl betreiben am Schoberhof in Loich eine biologische Landwirtschaft.
Foto: privat
Ab heuer müssen Kühe, Schafe, Ziegen und Equiden regelmäßig auf Grünflächen. Im Tal sind die Möglichkeiten meist gegeben.

Bis Jahresende gab es eine Übergangsfrist, seit 1. Jänner gelten für Bio-Bauern neue Regeln: Alle ihre Pflanzenfresser müssen von April bis Oktober Zugang zu einer Weide haben, wann immer es Bodenzustand und Witterung erlauben.

Für Landwirt Stefan Taschl vom Schoberhof in Loich ist das kein Problem. „Wir haben unsere Milchkühe schon immer draußen auf der Weide. Auch unsere Kälber sind im Sommer auf der Weide oder Alm. Somit haben wir die Weideverpflichtung schon eingehalten“, sagt er.

Die Verordnung sei für ihn der Weg in die richtige Richtung, er bewertet sie grundsätzlich positiv. „In Einzelheiten ist sie zu übertrieben formuliert und damit nicht für alle Betriebe praxistauglich“, stellt er fest.

Für den Großteil der Betriebe im Pielachtal sei sie umsetzbar, denn: „Zum einen, weil wir hier gute Voraussetzungen mit Grünlandgegend und nicht zu dichtem Verkehr haben, zum anderen, weil die Milchviehbetriebe alle bei ,Bio Austria‘ Verbandsmitglied sind, bei diesem die Weide in ihren Produktionsrichtlinien drinnen steht und somit schon gelebte Praxis im Pielachtal ist“, informiert er. Der Bio-Bauer merkt aber auch an, dass die finanzielle Abgeltung des Mehraufwandes dieser Verordnung nicht gegeben ist.

Der Kirchberger Landwirt Anton Gonaus und seine Familie bewirtschaften seit 1991 biologisch. „Die Verpflichtungen halten wir genau ein und haben daher bei Kontrollen keine Probleme“, betont er.

„Kühe sind sehr hitzeempfindlich“

Das Wohl seiner Rinder ist ihm ein großes Anliegen. Diese haben einen Laufstall mit dicker Stroheinstreu und jederzeit Zugang zu Futter und Wasser. Das Jungvieh ist von Ende April bis Anfang November Tag und Nacht auf der Weide. Gonaus: „Bei extremen Wetterverhältnissen kommen die Tiere kurzfristig in den Stall.“ Und: „Kühe sind sehr hitzeempfindlich. Bei Temperaturen über zirka 28 Grad wollen sie gar nicht ins Freie. Da treiben wir sie früh raus und gegen Mittag gehen sie selbst wieder in den Laufstall.“

Die immer extremere Trockenheit im Hochsommer führt zunehmend dazu, dass nur beschränkt Gras auf der Weide zur Verfügung steht und im Stall vermehrt zugefüttert werden muss. Die neue Verordnung stelle Landwirte vor große Herausforderungen. „In extremen Berggebieten sowie bei Höfen in Straßendörfern sind diese Auflagen nur schwer oder gar nicht zu erfüllen“, gibt er zu bedenken.

Dieser Ansicht ist auch der Rabensteiner Landwirt Karl Braunsteiner . Sein Betrieb ist nicht bio, die Tiere haben aber einen Laufstall. „Bei uns im Tal wird es weniger problematisch, aber im Waldviertel, wo viele Höfe mitten im Ort und die Weiden oft entfernt sind, wird das schwierig“, meint er.

Umfrage beendet

  • Fixe Weidepflicht für alle Bio-Pflanzenfresser?