Zucht aus Leidenschaft: Schafe reisen bis Frankreich. Die von Familie Pfaffenlehner aus Frankenfels gezüchteten Walliser Schwarznasenschafe sind europaweit gefragt.

Von Gerhard Groiss. Erstellt am 04. April 2020 (03:34)
Peter und Petra Pfaffenlehner mit ihrem prämierten Schaf, das im Vorjahr bei der Salzburger Landesausstellung zum Gesamtsieger der weiblichen Schwarznasenschafe gekürt wurde.
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Als Spengler, Dachdecker und Zimmerer trifft man ihn normalerweise vorwiegend auf hohen Dächern an, aber in seiner Freizeit kümmert sich Peter Pfaffenlehner mit seiner Gattin Petra mit Liebe um die seltene Rasse der Walliser Schwarznasenschafe. Es war vor rund 15 Jahren, als dem Dachdecker- und Zimmerer-Ehepaar Pfaffenlehner im hinteren Weißenbachtal, an der Ortsgrenze von Frankenfels zum Texingtal, zufällig fünf dieser Schafe zum Kauf angeboten wurden.

Leonie Pfaffenlehner und Verena Hofegger mit dem entzückenden Schwarznasenschaf-Nachwuchs.
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Von Petras anfänglicher Skepsis war beim ersten Anblick dieser Tiere keine Rede mehr. Durch die anschließende Kontaktaufnahme mit anderen Walliser Schwarznasenzüchtern wurde eine große Leidenschaft geweckt, die bis heute anhält.

Neben dem weithin bekannten Zimmereibetrieb bewirtschaften die Pfaffenlehners auch einen kleinen Bauernhof im Nebenerwerb und züchten mittlerweile unter anderem mit Leidenschaft Walliser Schwarznasenschafe, wovon sich bereits etwa 40 dieser Tiere im Herdenbuch des Zuchtverbandes befinden.

Das ursprünglich aus dem Kanton Wallis in der Schweiz stammende Bergschaf ist eine typische „3er–Nutzungsrasse“, die früher vorwiegend zur Woll-, Fleisch- und Milchproduktion gehalten wurde. Heute dient es vorwiegend zur Landschaftspflege.

Aus der Wolle werden Filzpatschen gefertigt

Die Pfaffenlehners scheren die Schafe im März und Oktober. In dieser Zeit erreichen sie eine Stapellänge von 15 Zentimetern.

Die Schafschurwolle wird maschinell gereinigt und gekämmt. „Einen Teil der Wolle verarbeitet Petra durch Filzen zu Filzpatschen und durch Spinnen zu Wolle. Die Milch ist bei uns ausschließlich für die Lämmer bestimmt“, berichtet Peter Pfaffenlehner gegenüber der NÖN. Jene Lämmer mit guter Ausprägung der Rassemerkmale sind für die Herdenbuchzucht geeignet. „Mittlerweile sind unsere Tiere in ganz Europa gefragt, unter anderem zum Beispiel aus Norwegen, Irland, Frankreich, England, Belgien, Tschechien werden die Zuchttiere bei uns abgeholt, selbstverständlich unter Einhaltung strenger Quarantäneverordnungen und amtstierärztlicher Untersuchungen. Die nicht zur Zucht geeigneten Lämmer sind bei Hobbyhaltern zur Landschaftspflege sehr gefragt“, schildert er.

Ihr sympathisches Wesen sowie ihr Aussehen machen diese Schafe zu absoluten Lieblingen. Umso mehr freut es Familie Pfaffenlehner, bei Bundes- und Landesausstellungen schon einige Preise, unter anderem einen Landessieg, erreicht zu haben.