Arthur Rasch „Wir sind keine Biberkiller“. Bürgermeister Arthur Rasch über die Kritik der letzten Tage und warum ein Badeverbot droht.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 14. Februar 2019 (05:21)
NOEN, privat
Bürgermeister Arthur Rasch erklärt, warum es in der Sehnsucht heuer ein Badeverbot geben könnte.

Für Aufregung weit über die Gemeindegrenzen hinaus sorgte die Meldung, dass die Biber in der Pielachtaler Sehnsucht gefangen und getötet werden sollen. Im NÖN-Gespräch erklärt Bürgermeister Arthur Rasch, warum er derzeit keine Alternative zur Tötung der Tiere sieht und wie es in der Pielachtaler Sehnsucht weitergeht.

NÖN: Der geplante Abschuss der Biber hat große Wellen geschlagen. Auch in der Gemeinde?
Arthur Rasch: Aus der Gemeinde gab es keine Rückmeldungen, aber überregional war das Interesse groß. Ein Biologe und Tierschutzvereine haben sich bei mir gemeldet. Ich habe mir auch die Vorschläge angehört. Lösung war aber keine dabei.

Warum muss der Biber weg? Welche Befürchtungen haben Sie?
Wir sind keine Bibermörder. Wir haben entlang der Pielach im Gemeindegebiet sieben Biberpärchen, aber in der Pielachtaler Sehnsucht geht es um die Sicherheit der Badegäste. Ich möchte nicht erleben, dass ein 30-Kilo-Biber neben einem Kind auftaucht und dieses dann vielleicht sogar ertrinkt. Vor Gericht stehe ich dann wieder alleine da.

"Ich möchte nicht erleben, dass ein 30-Kilo-Biber neben einem Kind auftaucht und dieses dann vielleicht sogar ertrinkt."

Das heißt, das Urteil wegen des Hechtbisses spielt da eine Rolle?
Das Urteil schwebt immer noch über uns. Es ist kein Spaß, wenn man schon einmal Probleme mit einem Tier hatte. Vor Gericht bin ich Tierhalter.

Wie geht es jetzt also weiter?
Wir haben einen aufrechten Tötungsbescheid von der Bezirkshauptmannschaft. Die Fallen stehen schon. Bis 30. März haben wir Zeit, dann beginnt die Schonzeit. Wenn wir es bis dahin nicht schaffen, ihn zu fangen, wird es heuer keinen Badebetrieb geben – und die Sehnsucht während der Schonzeit gesperrt. Denn spätestens am 1. Mai bekommen wir zu hören, wie ungepflegt der See ist. Wir können aber keine sinnvollen Maßnahmen treffen, weil der Biber alles umlegt.

NOEN

Was passiert, wenn die Biber entnommen wurden? Gibt es Pläne, um eine neuerliche Ansiedelung zu verhindern?
Lücken im Zaun schließen wir schon jetzt immer mit Baustahlmatten. Außerdem haben wir einen Maßnahmenkatalog vom Land erhalten.

Betreffen diese Maßnahmen auch andere Bereiche?
Es wird noch einiges auf uns zukommen, was Biberschäden betrifft. Besonders beim Hochwasserschutz bahnt sich ein Problem an. Zum Teil wird er von den an der Pielach ansässigen Bibern unterminiert. Darauf müssen wir gefasst sein.