Hofstetten-Grünau , St. Pölten

Erstellt am 10. August 2018, 05:29

von Mario Kern

Gemüse für Stadt-Gastro. Bewohner und Tagesklienten des Antlashofes produzieren Paradeiser, Paprika und Co. Ihr Gemüse landet derzeit auf den Tellern von St. Pöltner Betrieben.

Anna, Manuela und Lukas sorgen mit ihren Kollegen vom Antlashof für regionalen Geschmack aufSt. Pöltner Tellern.  |  privat

Schmackhafte Paradeiser, Paprika, Melanzani, Pfefferoni und Gurken aus dem Pielachtal gibt es dieser Tage im Vinzenz Pauli und im Café Schubert in St. Pölten zu genießen. Seit Kurzem wartet Gastronom Michael Glöckel mit aromafrischem Gemüse auf, das von psychisch beeinträchtigten Menschen auf dem Antlashof in Hofstetten-Grünau angebaut und geerntet wurde. „Wir sind sehr glücklich über diese Zusammenarbeit, weil die Produkte regional sind und gleichzeitig der soziale Aspekt zum Tragen kommt“, betont Glöckel. „Das ist ein doppelter Bonus.“

Zehn Kilo frische Paradeiser haben die St. Pöltner Gastro-Teams bereits verarbeitet, nun erhielten sie weitere 15 Kilogramm und auch Melanzani, Paprika und Co. „Im Antlashof werden ausgefallene Sorten von Reinsaat und Arche Noah angebaut. Das deckt sich gut mit unserem Qualitätsanspruch.“ Weil im Antlashof mehr als nur für die Eigenversorgung produziert wird, ist man dort froh, Überschüssiges weitergeben zu können. Glöckel betont, dass er dem Hof-Team alles abnehme. „Egal, wie viel anfällt. Dadurch muss nichts weggeschmissen werden.“

„Schöne Bestätigung für unsere Klienten“

Höchst zufrieden mit der Kooperation ist auch Antlas-Geschäftsführer Roland Hammerschmid. „Natürlich tut die Aufmerksamkeit unserem Projekt sehr gut. Schön ist aber vor allem die Freude unserer Klienten, wenn sie Bestätigung für das bekommen, was sie monatelang gehegt und gepflegt haben.“ Auch Hammerschmid möchte die Kooperation mit dem Café Schubert und dem Vinzenz Pauli aufrechterhalten. „Mittlerweile interessieren sich auch andere Gastronomen für unsere Produkte. Regionalität und Nachhaltigkeit werden für die Menschen immer wertvoller.“

Im 400 Quadratmeter großen Folientunnel und in den kleineren Erdäpfel- und Gemüseackern sowie im Gemüsebeet arbeiten zwölf Bewohner und sechs Klienten der Tagesstätte. Dem Projekt geht es auch abseits der Gemüseproduktion gut: „Im Dezember 2016 haben wir gestartet, seit April 2017 sind unsere Plätze heiß begehrt und wir sind permanent voll.“