Dirndlkerne als besonderer Schmuck . Der Kirchberger Engelbert Groiß hat zu seiner schöpferischen Passion gefunden.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 01. August 2020 (03:19)
Engelbert Groiß fertigt allerlei Kreatives aus Dirndlkernen genauso wie aus Geweihen von Hirsch und Reh an.
Krizanic-Fallmann

Beruflich Gendarm in den Bezirken St. Pölten sowie Lilienfeld und Mitglied der Alpinen Einsatzgruppe, engagierte sich Engelbert Groiß darüber hinaus 50 Jahre lang bei der Bergrettung. Seine kreative Ader entdeckte der aus Mainburg stammende Pielachtaler erst später.

„Meine Tochter hat mich gebeten, Hirschhornknöpfe für ihr Trachtenkleid zu machen“, erzählt der Pensionist über die Anfänge. Diese kamen so gut an, dass auch Freundinnen nachfragten. Aus Geweihen von Hirschen und Rehen fertigt der eifrige Hobbykünstler mittlerweile eine breite Palette an Gegenständen – von Servierbrettern für Schnapsstamperl über Zapfhahn-Dekorierungen bis zu mächtigen Lustern.

Die Leidenschaft zur Verwendung von Dirndlkernen in Kombination mit Halbedelsteinen und diversen Kugeln für Schmuck wie Halsketten, Armreifen oder Ohrgehängen entwickelte sich 2006. Damals half Engelbert Groiß einem Nachbarn bei der Ernte der für die Region typischen Frucht. Da für kulinarischen Gebrauch nicht geeignet, sammelte er die „schönen Kerne“ ein, reinigte sie und ging an deren Verarbeitung. Ein mühsames Unterfangen, weil diese sehr hart sind, das Abschleifen der Spitzen und Bohren der Löcher daher aufwendig ausfällt.

Einfallsreichtum zeichnet die Gestaltung seiner Werkstücke aus. Aus dem Holz des Strauches formt der Kirchberger Herzen, welche zum Beispiel bemalt, mit geschenkten getrockneten oder gekauften metallenen Edelweißblüten verziert werden.

Dass er sich im Laufe der Zeit mit seiner Begeisterung einen Namen gemacht hat, dazu trug außerdem seine Präsenz bei entsprechenden Veranstaltungen bei und sogar Urlaubsgäste nehmen Kreationen gerne als Mitbringsel mit. Trotz seiner 82 Jahre hat Engelbert Groiß noch einiges vor. In seiner Werkstatt warten Schachteln mit unbehandelten beziehungsweise bereits lackierten Dirndlkernen auf weitere Verwertung.