Gericht: Ja zu Flutschutz. Das Landesverwaltungsgericht gab grünes Licht für die Errichtung des Hochwasserschutzes. Gonaus: „Wunsch wäre Baubeginn im Frühjahr.“

Von Markus Glück und Nadja Straubinger. Erstellt am 18. August 2014 (11:06)
Nach dem Hochwasser im Mai formierte sich eine Facebook-Gruppe, die einen Schutz forderte. Das Landesverwaltungsgericht gab nun grünes Licht für die Umsetzung des Hochwasserschutzes, gegen den 2013 Einspruch eingelegt worden war.
NOEN, Foto: Hackner
Erst im Mai dieses Jahres bedrohte das Hochwasser Hab und Gut der Bewohner in Kirchberg. Danach wurden wieder Stimmen laut, die einen Hochwasserschutz forderten, sogar eine Facebook-Initiative wurde gegründet.

Bereits vor mehreren Jahren hatte die Gemeinde Kirchberg gemeinsam mit Experten des Landes Niederösterreich mit der Planung eines modernen Hochwasserschutzes begonnen. Abflussuntersuchungen zeigten für den Ortsbereich von Kirchberg schon bei 30-jährlichen Hochwässern hohes Gefährdungspotenzial. Ein Projekt mit Gesamtkosten von rund 6,2 Millionen Euro wurde damals wasserrechtlich verhandelt und bewilligt.

„Ein Einspruch von Fischern, die sich um ihr Fischgewässer sorgten, stoppte aber zwischenzeitlich das Projekt“, heißt es nun in der Aussendung des Landes, in der auch die Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts für das Projekt verkündet wird. „Mit dieser Entscheidung kann das vorliegende Hochwasserschutzprojekt jetzt rasch finalisiert und umgesetzt werden“, informiert der zuständige Landesrat Stephan Pernkopf.

„Letztes Jahr wäre Geld da gewesen, jetzt müssen wir uns wieder hinten anstellen“ Anton Gonaus, Bürgermeister Kirchberg

Für die Umsetzung des Hochwasserschutzes werden die Wehranlage umgebaut, Linearmaßnahmen an beiden Ufern oberhalb der Wehr durchgeführt und ein Retentionsbecken errichtet.

„Uns ist Recht gegeben worden, wir sind sehr glücklich“, freut sich Bürgermeister Anton Gonaus. Man werde nun mit den Vorarbeiten, wie den statischen Berechnungen und der Ausschreibung der Arbeiten, beginnen. „Unser Wunsch wäre ein Baubeginn im Frühjahr. Allerdings muss die Finanzierung stehen. Letztes Jahr wäre Geld da gewesen, jetzt müssen wir uns wieder hinten anstellen“, so Gonaus. 20 Prozent der Kosten muss die Gemeinde beisteuern. Die Arbeiten werden aber dauern, weil aufgrund der Laichzeiten nur eine gewisse Zeit in der Pielach gearbeitet werden kann. Der Abschluss soll bis 2021 erfolgen.

Fischereiverband-Obmann Ewald Hochebner: „Wenn es der Entscheid erlaubt, dann ist die Sache für uns gegessen.“

Erfreut über den Ausgang ist auch die Gründerin der Facebook-Initiative Nina Gansch: „Ich freue mich sehr über die Entscheidung und ich bin stolz, dass wir es dank des großartigen Zusammenhalts der Kirchberger geschafft haben.“ Außerdem hofft sie auf eine rasche Umsetzung und dass es zu keinen weiteren Problemen kommt.

Auch beim Fischereiverband Pielachtal will man sich mit der Entscheidung des Landesgerichts abfinden. Obmann Ewald Hochebner: „Wenn es der Entscheid erlaubt, dann ist die Sache für uns gegessen.“ Jetzt läuft noch eine sechswöchige Frist, in der gegen den Bescheid Berufung eingelegt werden könnte. Hochebner erklärt aber: „Mir ist wichtig zu betonen, dass der Fischereiverband nie gegen das Projekt war. Es war uns nur wichtig, dass die Bedenken des Verbandes berücksichtigt werden.“