Pielachtal soll „klimafit“ werden. Die Kleinregion Pielachtal soll „klimafit“ werden. Pläne vom Bauen bis zum Hochwasserschutz.

Von Marlene Groihofer und Nadja Straubinger. Erstellt am 22. Oktober 2019 (04:09)

Starkregen, hohe Temperaturen und eine verschobene Vegetationsperiode mit Phasen – der Klimawandel macht sich im Pielachtal bemerkbar. Die Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal ist auch Klimaanpassungsregion und lud zum Auftakt zur Podiumsdiskussion im Mariazellerbahn-Betriebszentrum in Laubenbachmühle.

„Wenn es so weiter geht kann ich mit dem Futter, dass ich selbst produziere um 25 Prozent weniger Kühe füttern“, berichtet Rainer Handlfinger von einem Gespräch mit einem Landwirten. Nur ein Beispiel für die vielfältigen Auswirkungen des Klimawandels im Pielachtal. Eine der Maßnahmen im Rahmen der Klimaanpassungsmodellregion (KLAR) ist der Kampf gegen die Bodenerosion.

Dass die Klimakrise das Pielachtal längst erreicht hat, zeigen auch wissenschaftlich belegte Zahlen. KLAR-Konzeptersteller Wolfgang Schoberleitner skizzierte künftige Entwicklungsszenarien für die Dirndlregion – mit ambitioniertem Klimaschutz und ohne.

Eine um 3,6 Grad Celsius höhere Lufttemperatur im Sommer und 18 jährliche Hitzetage mehr wird es den Erhebungen zufolge bis zum Jahr 2100 geben, sollte es rund um die Pielach nicht zu keinen klimaschützenden Maßnahmen kommen. Ein Temperaturanstieg von nur 1,1 Grad und vier zusätzliche Hitzetage sind laut Studien zu erwarten, wenn rechtzeitig gehandelt wird. Die Vegetationsperiode könnte in den nächsten hundert Jahren ohne Maßnahmen um bis zu 43 Tagen zunehmen. Mit Klimaschutz steigt sie um nur 15 Tage. Es brauche sowohl verstärkte Maßnahmen im Klimaschutz als auch, was die Anpassung an die Krise betrifft, sind sich die Vertreter von KLAR einig.

Chancen nutzen und Schäden verhindern

„Noch ist bei uns alles grün und unsere Region wunderschön“, sagt der Ober-Grafendorfer Unternehmer Wolfgang Stix, „da kann es schwierig sein, an die Entwicklungen zu glauben – sieht man sich weiter weg um, erkennt man die Auswirkungen bereits.“

Chancen bestmöglich nutzen und die Schäden in der Kleinregion Pielachtal so gering wie möglich halten: Das ist das erklärte Ziel des Förderprogramms KLAR. „Wir müssen den Menschen aufzeigen, wie viele einfach umzusetzende Maßnahmen es gibt“, sagt Kurt Wittmann, Obmann der Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal. „Unglaublich viele Leute tun außerdem ohnehin bereits etwas für den Klimaschutz“, so Wittmann, „manche auch, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Schon wer einen Baum pflanzt, tut etwas“.

Ein Programm mit Maßnahmen für die nächsten zwei Jahre soll nun helfen, das Pielachtal für die Zukunft fit zu machen: Wassermanagement und Grünlandwirtschaft sind dabei ebenso Thema wie Gesundheit, die Dirndl als klimafeste Pflanze oder erneuerbare Energieträger. Kurt Wittmann setzt auf den Zusammenhalt: „Wir alle müssen gemeinsam daran arbeiten“.

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