Ober-Grafendorf

Erstellt am 20. Januar 2019, 04:50

von Gila Wohlmann

Erpresser im Internet. Falsche Microsoft-Mitarbeiter und hinterhältige Erotikanmache am Telefon: Betrüger schlagen wieder via Web zu.

Symbolbild  |  Shutterstock.com, A. and I. Kruk

Sie ist jung. Hübsch. Und sie zeigt Interesse am Chatpartner. Da lassen sich doch einige Männer am PC verleiten, den Onlinekontakt zur neuen Bekanntschaft zu intensivieren. „Die Gesprächsbasis wird dann intimer, und irgendwann überredet die Angebetete den Mann, die Webcam einzuschalten und an sich selbst sexuelle Handlungen vorzunehmen“, schildert ein Polizeibeamter. Und das machen auch einige. Doch die erotische Stimmung wird dann jäh unterbrochen, wenn plötzlich über die eigene, gehackte Emailadresse mit der Veröffentlichung oder Weitergabe dieser intimen Bild- und Videodateien gedroht wird. Nur durch Überweisen eines Geldbetrags via Bitcoins könne, so meist die Forderung der IT-Betrüger, die Peinlichkeit abgewendet werden.

Nicht Geld überweisen, lieber Polizei aufsuchen

„Sextortion“-Mails machen auch vor den Pielachtaler PC-Usern keinen Halt. Einige haben rasch den Betrug bemerkt, sodass kein finanzieller Schaden entstanden ist. Im Bezirk Lilienfeld sind indes so einem Mann 50.000 Euro Schaden, einem weiteren 10.000 Euro Schaden entstanden.

Noch eine andere Betrugsmasche ist derzeit auch im Pielachtal präsent. „Es geben sich Anrufer als Mitarbeiter von Microsoft aus und geben vor, sie müssten ein Problem am PC beheben“, informiert Hermann Schöner von der Polizei Rabenstein. Und: „Man müsse nur über Anweisung per Telefon ein kleines Programm installieren.“ Die Anrufer weisen für den IT-Service eine Bezahlung an. Dann ist der Moment gekommen, wo die Betrüger zuschlagen können, denn durch die neue Fernwartungssoftware haben die IT-Kriminellen die Möglichkeit, Vorgänge am PC, darunter Onlinebanktransaktionen, zu sehen und auch selbst Überweisungen durchzuführen. Die Exekutive rät: „Kein Geld überweisen, lieber die Polizei informieren!“