Gefahr, wenn Kälber in der Herde sind. Abstand halten / Zwischenfälle mit Rindern sind keine Seltenheit mehr. Woran das liegt und wie man sich verhält, erklärt Anton Hieger.

Von Nadja Straubinger und Markus Glück. Erstellt am 25. August 2014 (10:33)
Mit Aufmerksamkeit und Abstand können beim Wandern gefährliche Situationen vermieden werden.
NOEN, MarclSchauer/shutterstock.com
Spätestens seit der tödlichen Attacke einer Kuh-Herde in Tirol fragen sich viele: Wie gefährlich sind Kühe wirklich und was hat sich verändert, dass es immer häufiger zu Zwischenfällen mit den sonst so ruhigen Tieren kommt?

Bezirksbauernobmann Anton Hieger glaubt nicht, dass die Tiere aggressiver als früher sind, kann sich aber vorstellen, dass es mehr Wanderer gibt. Er sieht einen möglichen Grund in der Muttertierhaltung: „Früher gab es mehr Milchkühe. Diese wurden täglich gemolken und haben immer Kontakt zu den Menschen. Bei der Muttertierhaltung kann es in der Zeit, in der sie auf der Alm sind, schon zur Entfremdung kommen.“

„Manche Leute glauben, das sind Haustiere“

Besondere Vorsicht sei geboten, wenn Hunde im Spiel sind. Gefährlich wird das besonders, wenn auch Kälber in der Herde sind. Da komme der Urinstinkt durch, denn „die Tiere wollen ihren Nachwuchs beschützen.“ Außerdem soll Abstand gehalten werden. „Manche Leute glauben, das sind Haustiere. Aber man soll auch zu einem fremden Hund respektvollen Abstand halten“, erklärt Hieger. Ob Gefahr droht, kann man am Verhalten der Tiere erkennen. „Wenn die Rinder zu schnauben beginnen oder sich nervös bewegen, sollte man sich fernhalten“, so Hieger.

Der Ehrenpräsident der Naturfreunde und Weinburgs Bürgermeister Peter Kalteis hatte selbst mehrmals negative Erfahrungen mit Kuhherden: „Bei meiner letzten Wanderung auf dem Tradigist-Berg wurde ich von einer Herde angegriffen. Mit einem Stock konnte ich mich gerade noch verteidigen.“ Allen Wanderern rät Kalteis, das Gefahrenpotenzial nicht zu unterschätzen. „Zur Sicherheit gehe ich nie ohne Stecken wandern und wenn möglich am Rand des Geheges“, so Kalteis.