Nadel & Faden gegen Corona: Bunte Masken für das Tal. Hobbyschneiderinnen nähen fleißig und teils auf Bestellung. Abholung erfolgt kontaktlos.

Von Marlene Groihofer. Erstellt am 08. April 2020 (04:26)
Marion Fahrngruber aus Frankenfels setzt sich bereits ab vier Uhr morgens hinter die Maschine, um möglichst effizient zu sein.
privat

Mit Montag lief die Maskenpflicht in den heimischen Supermärkten offiziell an. Hobbyschneiderinnen aus dem Pielachtal aber setzten sich schon in der Vorwoche fleißig hinter die Nähmaschinen.

Michaela Müther aus Rabenstein nimmt für die Masken Maß bei ihrer Familie – vom Mann bis zur vierjährigen Tochter.
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„Schon um vier Uhr früh fange ich an, damit keine zu langen Wartezeiten auf die Masken entstehen“, erzählt etwa Marion Fahrngruber aus Frankenfels. Denn: 250 Masken hat sie schon genäht, weitere 150 wurden bereits vorbestellt. Aus Wilhelmsburg, St. Anton an der Jeßnitz, Loich, Kirchberg und der eigenen Gemeinde hat sie unter anderem schon Bestellungen erhalten.

Normalerweise näht Marion Fahrngruber Handtaschen oder Polsterbezüge: „Nie hätte ich mir gedacht, dass ich einmal Gesichtsmasken nähen werde“, so die Frankenfelserin, die nun aus ihrem eigenen Fundus an bunten Stoffen schöpfen kann. Jeder Mundschutz wird für zusätzliche Sicherheit mit einem Schlitz ausgestattet. Diesen kann, wer möchte, noch füllen: „Mit einem Taschentuch oder Vlies zum Beispiel“, so Marion Fahrngruber. Der Großteil der Kundinnen und Kunden holt sich die Gesichtsmasken direkt von Marion Fahrngruber ab: „Ich habe eine Box ein Stück weit vom Haus entfernt stehen.“ So ist kontaktloses Abholen möglich. Sieben Euro kostet ein Mundschutz, bezahlt werden kann in bar oder per Überweisung.

Freie Spenden kommen Tierrettung zugute

Auch Michaela Müther aus Rabenstein sitzt derzeit engagiert hinter der Nähmaschine und stellt erstmals in ihrem Leben Gesichtsmasken her. Auch sie hat bereits 200 Stück produziert. Ob Mundschutz für Frauen, Männer oder Kinder: Michaela Müther nimmt Maß bei ihrer eigenen Familie: Vier Jahre alt ist die Jüngste, die großen Kinder sind in der Pubertät. „Ich habe auch schwarze Stoffe für Männer, die keine bunten Muster wollen“, so Michaela Müther. Wer eine Maske benötigt, kann sie sich abholen kommen.

„Wir hängen sie bei uns vor der Kfz-Werkstatt Reitbauer zur Entnahme auf“, erklärt die Rabensteinerin, die ehrenamtlich bei der Tierrettung Waldviertel tätig ist. „Die Tierrettung ist trotz Coronakrise ganz normal im Einsatz“, erklärt Michaela Müther. Freiwillige Spenden für ihre Masken kommen der Organisation zugute. Aufgrund der hohen Nachfrage wird sie ab sofort noch von der Rabensteinerin Karin Hofegger bei der Maskenproduktion unterstützt.

„Ich betreibe das Nähen als Nachbarschaftshilfe. Ich selbst gehe nicht außer Haus.“ Waltraud Buder, Rabenstein

Auch bei Waltraud Buder, ebenfalls aus Rabenstein, rattern derzeit die Stoffe durch die Nähmaschine: „Ich mache das als Nachbarschaftshilfe“, erklärt die Pensionistin, die selbst nicht außer Haus geht: „Unsere Kinder betreuen meinen Mann und mich, wir sind bestens versorgt, auch von der Gemeinde.“ Stoffe hat sie als Hobbyschneiderin genug zu Hause. Ausgegeben werden ihre Gesichtsmasken im Rabensteiner Bioladen. Auch beim Trachtenmodegeschäft „dirndleck“ in Hofstetten-Grünau kann man Gesichtsmasken bestellen. Für vier Euro gibt‘s einen Mundschutz im Trachtenstil.