Neues Buch von Christine Hochgerner mit Bezug auf Tal. Von Leihmutterschaft bis Klimawandel: In ihrem Roman „Die Wandermünze“ geht Christine Hochgerner großen Zukunftsfragen nach. Schauplatz ist auch das Pielachtal.

Von Marlene Groihofer. Erstellt am 09. Oktober 2019 (03:14)
Privat
Christine Hochgerners „Die Wandermünze“erschien im Sisyphus-Verlag. Zu Lesungen im Pielachtal ist die Autorin gerne bereit.

Die Pielach ist ausgetrocknet, die Gleise der Mariazellerbahn sind unter Gestrüpp verschwunden und die Geschäfte stehen leer. Roboter forschen in einem chinesischen Pharmakonzern an Mitteln für die ewige Jugend und bald schon soll eine Autobahn die Gemeinden verbinden. Klimawandel, Wirtschaftskrisen und Digitalisierung haben ihre Spuren hinterlassen – im Pielachtal des Jahres 2069.

In ihrem Roman „Die Wandermünze“ skizziert Christine Hochgerner mitunter düstere Zukunftsszenarien: für Wien, Paris, Florida und für die Region der Dirndln: „Ich habe das Pielachtal als Beispiel gewählt, für einen überschaubaren ländlichen Raum, in den die große Welt eindringt“, sagt die Autorin. Wie umgehen, mit medizinischen und technologischen Entwicklungen? Mit Dingen, die aktuell noch weit entfernt scheinen, aber vielleicht näher sind, als gedacht? Christine Hochgerners Romanfiguren erleben genetische Mutationen, Leihmutterschaft, lassen sich Chips unter die Haut einpflanzen und fahren computergesteuerte Autos. „Ist das alles gut für die Menschen? Wer profitiert von diesen Veränderungen und wie spalten sie die Gesellschaft? Es stellt sich die Frage, was wir zulassen und was nicht“, sagt Christine Hochgerner.

„Junge erkennen, wie wichtig die Umwelt ist“

Die junge Romanfigur Julia wird im Pielachtal letztlich zur Aussteigerin, verweigert sich dem Technologiewandel und setzt auf Naturverbundenheit – zur Verwunderung ihrer Mutter. „Ich glaube, dass die Jungen heutzutage stärker als die ältere Generation erkennen, dass es eine Art ‚Rückbesinnung’ braucht“, sagt Christine Hochgerner, „sie spüren, dass Nachhaltigkeit wichtig ist, ein fairer Umgang mit sich selbst und mit den Ressourcen.“

Ein Stück Silber wird im Verlauf des Buches über Generationen weitergeschenkt – die titelgebende „Wandermünze“ sieht Christine Hochgerner als Symbol: „Jeder von uns hat eine Vergangenheit und auch einen Auftrag für die Zukunft: gutes Leben und eine nachhaltige Umwelt weiterzugeben.“

Es ist bereits das dritte ihrer Bücher, in dem die in Mitterau bei Prinzersdorf aufgewachsene Autorin das Pielachtal zum Schauplatz macht. „Ich mag die Stimmung im Tal und, dass ich dort gut entspannen kann.“