Osterbräuche im Tal werden in TV-Doku gezeigt. Filmemacherin Anita Lackenberger dreht Beitrag über Traditionen und Kulinarik. Auch das Dirndltal ist dabei. Gezeigt wird der Film am 21. April auf 3sat.

Von Gerhard Hackner. Erstellt am 18. April 2019 (04:19)
Groiss
In der Backstube der Bäckerei Leb in Frankenfels lernten die Kinder rechtzeitig vor Ostern die Zubereitung von Osterstriezel und Fastenbrezerl. Diese verkosteten Tobias, Dorian, Magnus, Felix, Niklas mit Bäckermeister Alfred Leb und Doris Fahrngruber.

Erst die Dirndlblüte, dann die Rekord-Eiermalerin Helga-Schmid und nun die Osterbräuche. Das Pielachtal wird einmal mehr in einer Fernseh-Dokumentation gezeigt. Die St. Pöltner Filmemacherin Anita Lackenberger und Kameramann Gerhard Mader drehten einen Film zum Thema „Osterbräuche und Kulinarik“. Der neue Dokumentarfilm wird am Ostersonntag, 21. April, um 19.15 Uhr erstmals ausgestrahlt. Zu sehen ist er auf 3sat.

Produktion West
Maria Daxböck bei der Zubereitung vom Oster-Striezel.

Der Film der Firma Produktion West dokumentiert unterschiedliche Ostertraditionen und Kulinarik rund um das Osterfest zwischen dem Bayrischen Oberfranken, Tirol, Niederösterreich und der Steiermark. Lackenberger präsentiert eine Auswahl der interessantesten Gerichte und Geschichten.

Vom Striezel bis zum Osterschinken

Im katholischen Pielachtal werden verschiedene Striezel und Osterbrote gebacken. Jedes Haus hat sein eigenes Rezept. Manchmal wird ein selbst geselchter Osterschinken eingebacken. „Eine der besten Bäckerinnen in Kirchberg ist Maria Daxböck. Bei ihr gibt es vom Roggen- bis zum Nuss- und Osterbrot in den verschiedenen Variationen einfach alles“, berichtet Anita Lackenberger.

Am wichtigsten katholischen Fasttag, dem Karfreitag, gibt es oft nur eine Stosuppe: eine Suppe aus gestockter Milch. Diese einfache, aber köstliche Suppe, mit selbst gebackenem Brot oder Erdäpfeln, verkostete die Filmcrew bei Familie Trimmel in Frankenfels. Dort wird auch noch der Hof „eingehagert“, ein altes Schutzbrauchtum, welches noch immer gelebt wird. Durch schreiten um den Hof wird dieser in einen Segen gehüllt, der ihn beschützen soll.

Während Katholiken am Karfreitag noch streng fasten, beginnen dann für evangelische Christen bereits die Osterfeierlichkeiten. Im wenig entfernten Mitterbach zum Beispiel frühstücken evangelische Familien am Karfreitag im Festgewand einen „Osterschober“ – einem traditionellen Gebäck – und brechen anschließend zur Messe auf. Zu Mittag wird dann bereits wieder gegessen – etwa ein deftiger Schweinsbraten.

Die Katholiken dürfen erst am Ostersamstag schlemmen. Dann darf ein frischer Schafskäse nicht fehlen.