Ostern in anderer Form bewusst feiern. Eine besondere Herausforderung ist die Karwoche. Neben Streaming von Messen, werden Geistliche allein Prozession abhalten.

Von Astrid Krizanic-Fallmann. Erstellt am 08. April 2020 (04:10)
Priester Martin Hochedlinger und Ministrant Martin Schoisengeier aus der Pfarre Frankenfels feierten am Palmsonntag die Messe. Stellvertretend für alle Pfarrgemeindemitglieder wurden drei große Palmbuschen für Kirchberg, Schwarzenbachund Frankenfels geweiht. Der Kirchberger Kreuzweg – „ein christliches Kunstwerk im Pielachtal“ – wurde indes von Josef Posch gestaltet.
Pfarre Kirchberg

Rückbesinnung auf die Urchristen beziehungsweise Hauskirche sowie die Nutzung modernster digitaler Möglichkeiten: So reagieren die Pielachtaler Pfarren auf die Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie.

„Ich möchte, so gut es geht, die Karwoche und die Osterfeierlichkeiten aufrecht erhalten“, sagt Pfarrer Emeka Emeakaroha. Er teilt im Pfarrverband Ober-Grafendorf und Weinburg die Gottesdienste zwischen den Gemeinden auf. Die Pfarrgemeinschaft wird von vier Personen vertreten, die gemeinsam mit ihm die Gestaltung durchführen. Am Ostersonntag, 12. April, wird die Messe aus Ober-Grafendorf mittels Livestream um 10 Uhr im Internet übertragen. „Zwei Personen aus der Katholischen Jugend haben sich dazu bereit erklärt“, berichtet Emeka Emeakaroha. Um der Tradition zu entsprechen, wird er in Ober-Grafendorf auch alleine die Osterprozession durchführen und den Segen spenden.

„Es wäre schön, wenn die Fenster entlang des Weges österlich geschmückt sind“

Ohne die Gläubigen wird genauso Priester Martin Hochedlinger am Ostersonntag nach der Messe um 9 Uhr mit dem Allerheiligsten durch Kirchberg marschieren. „Es wäre schön, wenn die Fenster entlang des Weges österlich geschmückt sind“, meint Hochedlinger, welcher appelliert, dass man sich auf keinen Fall der Prozession anschließen darf, sondern diese vom Fenster oder Balkon mitverfolgen soll. Auf dem Skywalk erfolgt der feierliche eucharistische Segen in alle vier Himmelsrichtungen „für unser Land und die ganze Welt, dass diese Prüfung bald ein Ende nehme“, so Hochedlinger. Gleichzeitig werden quasi als Musikbegleitung ab 10 Uhr vom Skywalk herab der Kirchberger Vizebürgermeister Severin Zöchbauer und sein Bruder Franz Zöchbauer mit dem Flügelhorn spielen.

„Wir stehen in diesen Zeiten zusammen, helfen einander und hoffen auf baldige Besserung und Normalisierung“

Da die physische Teilnahme an Gottesdiensten der Bevölkerung nicht erlaubt ist, kann der Glaube verstärkt auch im Rahmen der Hauskirche gelebt werden. Für die Ostertage wurden mancherorts dafür Hefte in die Haushalte geschickt, Hilfestellungen sind online ebenfalls zu finden. Diese geben Anleitungen, wie in den eigenen vier Wänden die Auferstehung Jesu begangen werden kann.

„Wir stehen in diesen Zeiten zusammen, helfen einander und hoffen auf baldige Besserung und Normalisierung“, betont Martin Hochedlinger von den Pfarren Kirchberg, Schwarzenbach und Frankenfels.

Dass trotz verordneter sozialer Distanz viel Solidarität herrscht, stimmt ebenfalls Emeka Emeakaroha von den Pfarren Ober-Grafendorf und Weinburg hinsichtlich der aktuellen Herausforderung zuversichtlich.