Schnee sorgt für Sperren. Von Laubenbachmühle bis nach Mariazell fährt wegen Lawinengefahr und umgestürzten Bäumen Schienenersatzverkehr. Loipe und Skilift am Turmkogel gesperrt.

Von Nadja Straubinger, Lisa Röhrer und Claudia Christ. Erstellt am 15. Januar 2019 (04:09)
Feuerwehr Frankenfels
Das größte Problem sind die Schneeverwehungen auf den Bergen. Arthur Vorderbrunner und die Feuerwehr Frankenfels waren auf Lageerkundungsfahrt in der Nähe des Anwesens Fischbacheck.

Die Region versinkt im Schnee, und auch im Pielachtal bekommt man die Ausnahmesituation zu spüren. Seit der Vorwoche ist die Bergstrecke der Mariazellerbahn gesperrt. „Aufgrund der anhaltenden Schneefälle gibt es nach wie vor akute Lawinengefahr und die Gefahr, dass Bäume aufgrund der enormen Schneelast umstürzen“, erklärt NÖVOG-Sprecherin Sandra Schardinger.

Deshalb wird der Abschnitt von Laubenbachmühle bis Mariazell im Schienenersatzverkehr geführt. Aber auch dort kommt es aufgrund der Schneelage zu etwa 40 Minuten längeren Fahrzeiten. Am Samstag wurde außerdem eine Totalsperre der LB28 ab Puchenstuben verhängt. „In diesem Bereich geht einfach nichts mehr. Die Bewohner in Wastl am Wald, Gösing und am Turmkogel sind nun nicht mehr erreichbar“, informiert Puchenstubens Bürgermeisterin Petra Jani. Für medizinische Notfälle und Einsatzfahrzeuge wird die Straße jedoch notdürftig offen gehalten. „Derzeit können wir nur abwarten und die Situation genau beobachten“, schildert die Bürgermeisterin. Die Busse der NÖVOG werden über Schwarzenbach, Türnitz und Annaberg umgeleitet.

Entlang der Bahnstrecke sind laut NÖVOG derzeit Schneeschleudern im Einsatz, und die umgestürzten Bäume entlang der Strecke müssen entfern werden. Derzeit ist noch nicht klar, wie lange der Schienenersatzverkehr geführt wird. „Derartig enorme Schneemengen entlang der Mariazellerbahn-Strecke gab es zuletzt im Jahr 2005“, berichtet Schardinger.

„Es ist derzeit keine Wetterberuhigung in Sicht. Wann wir den Liftbetrieb wieder aufnehmen können, ist noch völlig unklar“

Während die Langlaufloipe in Kirchberg fertig gespurt ist und befahren werden kann, mussten am Turmkogel die Loipen und der Skilift gesperrt werden. „Es ist derzeit keine Wetterberuhigung in Sicht. Wann wir den Liftbetrieb wieder aufnehmen können, ist noch völlig unklar“, so Puchenstubens Bürgermeisterin. Auch in Frankenfels ist der Skilift in Betrieb. Im Auftrag der Bezirkshauptmannschaft führte Gemeindesekretär Arthur Vorderbrunner eine Erkundungsfahrt im Gemeindegebiet von Frankenfels durch. „Die Schneehöhen in den Niederungen sind im Normalbereich, am Berg liegt schon etwas mehr Schnee“, berichtet er. Gemessen hat er gerade im südlichen Bereich Richtung Ötscher Schneehöhen bis zu 1,72 Metern. Das größte Problem seien die Schneeverwehungen. Grund zur Panik bestehe aber noch keiner.

„Die Leute, mit denen ich gesprochen habe, sind auch alle noch recht entspannt. Früher gab es Winter, wo noch mehr Schnee gefallen ist“, führt Vorderbrunner aus. Problematisch könnte die Situation werden, wenn es noch um einiges mehr schneit oder auch wenn es plötzlich warm wird oder regnet. „Dann würde die Welt schon ganz anders aussehen“, so Vorderbrunner.

Begeistert von der Schneelage zeigen sich indes Tourengeher. Naturfreunde-Geschäftsführer Ernst Dullnigg mahnt aber zur Vorsicht: „Starke Schneefälle gepaart mit heftigem Sturm führen zu erhöhter Lawinengefahr.“ Für die, die sich trotzdem ins Gelände wagen, hat der Alpinverein Sicherheitstipps zusammengestellt (siehe Infobox).