Trauern auf Distanz, aber mit Emotion. Corona macht vor dem Tod nicht Halt. Ein Abschied nur im engsten Familienkreis ist nicht das, was alle Pielachtaler wollen.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 28. Oktober 2020 (03:43)
Eine Kerze für jene, die nicht mehr auf Erden weilen: Trotz Covid-19 werden zu Allerseelen viele Besucher auf den Friedhöfen erwartet.
Gleiss

Allerheiligen - Allerseelen: An keinen anderen Tagen im Jahr sind die Friedhöfe so belebt wie am 1. und 2. November. Menschen strömen zu den Grabstätten ihrer verstorbenen Angehörigen oder Freunde. Dann kehrt wieder Ruhe am Ort der Toten ein.

Corona hat alles verändert. Auch das Durchführen von Beerdigungen. „Es kommen weniger Trauergäste“, sagt Bestatter Christian Karner aus Frankenfels. Auch wenn im Pielachtal oft große Landbegräbnisse mit vielen Gästen gang und gäbe sind, manche, meint er, „empfinden es jetzt sogar angenehmer, wenn die Verabschiedung nur im engsten Familienkreis stattfindet.“ Bestatterin Claudia Edelböck aus Rennersdorf stellt das Gegenteil fest: „Manche Angehörige sind wegen Corona enttäuscht, wenn sie nicht so viele Trauergäste bei der Zeremonie teilhaben lassen können.“

Der Trend zur Urnenbestattung hält an. Das merkt Bestatter Peter Swatek aus Kirchberg: „Die Verabschiedung mit mehr Gästen findet bei der offenen Aufbahrungshalle statt; hier können Abstände gewahrt werden. Die Urnenbeisetzung erfolgt dann nur mit nahen Angehörigen.“ Denn der Ort, wo die Urne niedergelegt wird, ist nicht immer der Friedhof.

"Das kann der Garten oder Wald sein. Der Bürgermeister muss das aber genehmigen“, führt er aus. Zu Allerseelen den Friedhof zu besuchen, sei für die Pielachtaler wichtig. Man wolle auch keine üble Nachrede haben, dass das Grab nicht gepflegt sei. An erste Urnenbestattungen in den 1980er-Jahren erinnert sich der Rabensteiner Bestatter Michael Strasser. „Eine Alternative, aber mit Vor- und Nachteilen“, meint er. Die Urne privat zu verwahren, sei für viele persönlicher als der Friedhof. „Man nimmt aber Freunden des Verstorbenen die Möglichkeit der regelmäßigen Trauer vor, wenn sie zu Hause verwahrt wird“, gibt er zu bedenken. Urnen seien bei Hausräumungen auch schon im Müll gelandet.

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