Glyphosat-Verbot: „Alle müssen büßen“. Landwirtschaftskammerobmann Anton Hieger erklärt, dass im Ackerbau nur geringe Mengen aufgebracht wurden.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 09. Juli 2019 (04:46)
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Auch im Privatbereich wurde Glyphosat immer wieder eingesetzt. Jetzt beschloss der Nationalrat ein Verbot.

Der Einsatz von Glyphosat soll in Österreich verboten werden, das beschlossen die Abgeordneten im Nationalrat. Jetzt muss noch geklärt werden, ob diese Entscheidung dem EU-Recht entspricht, denn die EU-Pflanzenschutzverordnung erlaubt Glyphosat noch bis Ende 2022.

„Im Pielachtal betrifft das Glyphosatverbot vor allem den Privatbereich, sowie Gemeinden und Bauhöfe“, erklärt Landwirtschaftskammerobmann Anton Hieger. So verwenden das umstrittene Mittel Private, um etwa Wege unkrautfrei zu halten. In der Landwirtschaft wird es im Frühjahr eingesetzt, um die Winterbegrünung auf den Ackerflächen wieder in den Griff zu bekommen. Diese wird zum Schutz vor Erosion angebaut. „Um die Begrünung dann wegzubekommen und den Boden für die Folgefrucht vorzubreiten, müssen wir mehrmals bearbeiten, denn die Begrünung steht sonst in Konkurrenz und kann sich nicht gut entwickeln“, erklärt Hieger den Einsatz in der Landwirtschaft.

 Keine Alternativen

 In der Landwirtschaft werden laut Hieger auch nur geringe Mengen von Glyphosat auf große Flächen aufgebracht. „Es ist leider so, wenn ein Mittel für einen speziellen Zweck überall und übertrieben eingesetzt wird. Jetzt müssen es alle büßen“, bedauert Hieger das beschlossene Verbot.

Bisher sind dem Landwirtschaftskammerobmann keine Alternativen bekannt. Außerdem stelle sich dann wieder die Frage, wie das Mittel wirkt und wie es sich auf die Umwelt auswirke. „Jetzt müssen wir aber erst einmal abwarten, ob das beschlossene Verbot auch EU-Recht-konform ist“, sagt Hieger und auch, dass ihm der Vorschlag für das Verbot nur im privaten Bereich besser gefallen hätte. Übrigens: Die acht Pielachtalgemeinden sind laut Greenpeace glyphosatfrei, über St. Margarethen liegen keine Infos vor.

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