Leben mit Klimawandel. Das Pielachtal ist nun Klimawandel-Anpassungsmodellregion. Unter Einbindung der Gemeinden, Land- und Forstwirtschaft werden 12 Maßnahmen zum Umweltschutz gesetzt.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 10. April 2020 (03:49)
Die neu gestaltete Website klar.pielachtal.at informiert zum Thema Klimawandelanpassung.
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„Besonders in Zeiten wie diesen wird durch die aktuelle Corona-Situation bewusst, wie wichtig Zusammenhalt und lokale und kurze Wertschöpfungsketten sind“, betont Kurt Wittmann, Obmann der Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal.

Die Kleinregion Pielachtal lebt diese Philosophie seit der Gründung des Vereins 1996. Dem Klimaschutz wird seither höchster Stellenwert beigemessen. Das wurde belohnt. Ende März erhielt nun die Kleinregion Pielachtal die positive Zusage für das Förderprogramm „KLAR – Klimawandel-Anpassungsmodellregionen“ des Klima- und Energiefonds. Damit kann nun die Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel finanziert werden. Die Kleinregion hat sich zuvor für 12 Maßnahmen entschieden, die der Jury des Klima- und Energiefonds in einem Anpassungskonzept vorgelegt und genehmigt wurden. „Dabei ist rund die Hälfte der Themen mit dem Wasser eng verbunden“, verrät Wittmann.

„Besonders in Zeiten wie diesen wird durch die aktuelle Corona-Situation bewusst, wie wichtig Zusammenhalt und lokale und kurze Wertschöpfungsketten sind

Der Grund: Im Jahresdurchschnitt wird sich die Regenmenge nur geringfügig ändern. Allerdings wird die Regenhäufigkeit abnehmen, dafür aber die Intensität zunehmen. Nahezu alle Bereiche des Klimawandels haben direkt oder indirekt mit Wasser zu tun. „In einer übergeordneten Leitlinie wird gemeinsam mit den Gemeinden die Bedeutung des Wassers und der Umgang damit festgelegt. Diese Leitlinie soll auch auf Maßnahmen gegen Bodenversiegelung, Hangwasser-Management, Wasserspeicherung sowie Hochwasserschutz und Flussökologie zurückgespiegelt werden“, erläutert Wittmann.

Mit Landwirten soll an Lösungen gearbeitet werden, die auch bei einem stärkeren Klimawandel noch eine nachhaltige Grünlandwirtschaft im Pielachtal zulassen. Wittmann: „Ziel ist es, Betriebe im Einklang mit ihren Flächen und der Natur und zukunftsfähige Szenarien für die heimische Landwirtschaft zu schaffen. Zudem werden unter Einbindung von Experten gemeinsam sinnvolle Konzepte zur Waldbewirtschaftung im Klimawandel etabliert.“

Der Klimawandel hat auch weitreichende Auswirkungen auf die Arbeit der Gemeinden. „Um den Folgen auf kommunaler Ebene zu begegnen, Risiken zu minimieren und Chancen zu nutzen werden kommunale Aufgabengebiete klimafit gemacht“, betont Wittmann.

Unter anderem will man sich aktiv in Bezug auf das Grünraum-Management mit den Themen Mikroklima, Ökologie, integratives Regenwassermanagement und Neophytenmanagement auseinandersetzen. Die weiteren Maßnahmen zur Klimawandelanpassung haben mit Mobilität, Adaption Energiesystem, Gesundheit, Bauen und Wohnen zu tun. Zudem sieht man beim Dirndlstrauch eine große Chance, denn dieser gehört zu jenen heimischen Pflanzen, welche besonders hitzeresistent und klimafest sind.

„Mit den Aktivitäten zum Klimaschutz vermeiden wir, was sich nicht bewältigen lässt"

Das Regionalbüro Pielachtal ist Drehscheibe des Projekts. Die Umsetzung der Maßnahmen wird von Klimawandel-Anpassungsmodellregionsmanagerin Edith Kendler koordiniert: „Mit den Aktivitäten zum Klimaschutz vermeiden wir, was sich nicht bewältigen lässt. Die Anpassung an den Klimawandel bedeutet, bewältigen, was sich nicht vermeiden lässt! Danach werden wir gemeinsam handeln.“ Die neu gestaltete Website klar.pielachtal.at informiert zum Thema Klimawandelanpassung sowie laufend zu den Aktivitäten der KLAR!-Region.