Umweltfreundlich: Lieber Ross als Harvester. Auf bodenschonende Forstbearbeitung will Manuel Willstorfer aufmerksam machen. Den ersten Arbeitseinsatz im Pielachtal hatten seine Norikerpferde in Weinburg.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 20. Februar 2019 (05:18)
Willstorfer
Manuel Willstorfer bietet mit seinen Norikern umweltfreundliche Forstbearbeitung, aber auch Kutschenfahrten an.

Sie heißen „Ghandi“ und „Valentin“, und sie sind echte Noriker. Jetzt waren die beiden Kaltblutpferde erstmals im Pielachtal unterwegs, um Forstarbeiten durchzuführen.

„Durch den Einsatz von Pferden wollen wir Rückegassen vermeiden. Maschinen benötigen immer eine gewisse Mindestbreite, um durch den Wald zu gelangen. Dadurch entstehen dann breite Schneisen“, sagt Eugen Neuman, Grundbesitzer in Weinburg, warum er für die Bewirtschaftung der Waldfläche gegenüber der Firma Constantia Teich auf das Unternehmen „Starke Pferde“ von Manuel Willstorfer zurückgegriffen hat. „Das war uns gerade bei diesem Waldbestand, einer Fichtenmonokultur, sehr wichtig. Zu breite Schneisen begünstigen Windwurf. Schwere Maschinen verdichten den Boden“, erläutert er weiter, auch, dass man bemüht sei, hier langsam wieder einen Mischwald entstehen zu lassen.

„Holzrückearbeit mit dem Pferd ist eine umweltfreundliche und vor allem bodenschonende Waldbearbeitungsmethode“, erklärt dazu Manuel Willstorfer. Der 33-jährige Wihelmsburger hat sich zum Ziel gesetzt, als einer der Pioniere in Niederösterreich Kaltblutpferde im Arbeitseinsatz populärer werden zu lassen. „Der Noriker ist kräftig und ausdauernd. Trotz seines hohen Körpergewichts bis über 900 Kilogramm gilt er als dennoch wendiges und vor allem trittsicheres Pferd mit ausgeglichenem Charakter“, führt er aus. Immer mehr Forstbesitzer, unter anderem auch das Stift Lilienfeld, greifen auf den tierischen Arbeitseinsatz zurück. Rund zehn bis 15 Festmeter Holz rücken Willstorfers Pferde pro Tag. Gemeinsam mit seinem Partner, der für Kran- und Schneidarbeiten sorgt, betont er, dass er einen Harvester durchaus ersetzen kann.