Einkäufe für Weihnachten in der Zielgeraden. Händler sind zufrieden mit dem Geschäft und heben Service des stationären Handels hervor.

Von Nadja Straubinger und Hans Kopitz. Erstellt am 18. Dezember 2018 (05:32)
Nadja Straubinger
Emsiges Treiben herrscht in der St. Pöltner Innenstadt. Viele kaufen hier ihre Weihnachtsgeschenke.

Mit riesigen Schritten nähern sich die Weihnachtsfeiertage, bis dahin sind viele Menschen aus der Stadt und der Region in St. Pölten unterwegs, um Weihnachtsgeschenke zu finden, wenn sie diese noch nicht online bestellt haben.

St. Pöltens Händler zeigen sich mit dem bisherigen Weihnachtsgeschäft zufrieden, obwohl einige durchaus mit dem Online-Handel zu kämpfen haben. Obwohl das Weihnachtsgeschäft recht gut läuft, spürt die Buchhandlung Schubert die Konkurrenz aus dem Internet. „Wenn jedoch Beratung benötigt wird und es um vergriffene Bücher geht, kommen die Kunden gerne zu uns“, berichtet Eigentümerin Susanne Sandler. Der kleine Laden betreibt aber auch seit Jahren selbst einen Online-Shop. Dieser werde sehr gut angenommen. „Die Kunden bestellen, wo sie wollen und holen die Bücher in der Wiener Straße ab“, berichtet Sandler von der Notwendigkeit dieses Angebots. Auch bei Thalia bilden online und stationäres Angebot eine Einheit. „Es läuft sehr gut“, kommentiert Filialleiter Helmuth Fahrngruber das Angebot, dass am 22. Dezember seinen Höhepunkt erreichen wird. Je näher es Richtung Heiliger Abend geht, umso mehr Menschen setzen dann auf den regionalen Handel, um nicht zu riskieren, dass das Geschenk nicht rechtzeitig da ist. „Wenn man wirklich auf den letzten Drücker einkauft, dann ist es im stationären Handel einfacher“, so Fahrngruber.

„Wenn man bei uns kauft, steht man mit dem neuen Gerät nicht allein da.“
Hartlauer-Filialleiter Hannes Wachter

Auch bei MediaMarkt funktioniert die Verknüpfung zwischen online und stationär gut. „Unsere Kunden schätzen die Kombinationsmöglichkeit aller Kanäle. Persönliche Beratung und die Möglichkeit, die Produkte zu testen sind häufig wichtig beim Elektronikkauf, man kann bei MediaMarkt aber gleichzeitig online- und stationäres Einkaufserlebnis kombinieren“, so eine Sprecherin des Unternehmens. Auch dort würde viele bestellen und dann im Markt abholen. Der Black Friday läutete auch dieses Jahr wieder die Weihnachtssaison ein. „Seitdem ist das Interesse unserer Kunden groß, was uns sehr freut.“ Unter den begehrtesten Produkten befinden sich bis Smartphones, Konsolen und Kaffee-Vollautomaten.

„Nach Plan“ läuft es derzeit bei Georg Antauer mit der Firma Hausmann: „Es ist gleich gut wie im Vorjahr.“ Online-Handel stellt für ihn kein großes Problem dar. „Die Effekte davon haben wir schon stärker gespürt als heuer“, so der Geschäftsmann. Mit angepassten Preisen und Service habe man aber dagegengewirkt.

Mit der Servicenische fährt auch Hartlauer gut, freut sich Filialleiter Hannes Wachter über das gute Weihnachtsgeschäft, das sich heuer auf alle Wochentage verteilt und nicht auf die Einkaufssamstage konzentriert. „Wenn man bei uns kauft, steht man mit dem neuen Gerät nicht allein da“, betont er.

Weil besonders ältere Semester zu den Kunden zählen, werden Einschulungen zu neuen Smartphones und Tablet angeboten.

Evelyne Moser-Bruckner, Obfrau der Interessensgemeinschaft der Wirtschaft Herzogenburg und selbst Geschäftsinhaberin, hält den Online-Kauf für gefährlich: „Er betrifft nicht nur mich in Herzogenburg, sondern alle Branchen – und die Entwicklung wird leider immer schlimmer. Die älteren Herrschaften und unsere Stammkunden schätzen noch die persönliche Beratung und kaufen in den herkömmlichen Geschäften, aber die Jugend kauft fast nur mehr online. Die Digitalisierung ist auf diesem Gebiet nicht die beste Erfindung – und das wird wahrscheinlich mit dem Tod vieler Geschäfte enden.“

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