Feuerwehrjugend trainiert nun online. FF-Bewerbe sind aktuell abgesagt und Treffen nicht möglich – daher übt der Floriani-Nachwuchs aus St. Margarethen im Internet.

Von Bernhard Burmetler. Erstellt am 10. April 2020 (04:17)
Elisabeth Bichler nahm an der ersten Online-Stunde der Feuerwehrjugend St. Margarethen teil.
FF St. Margarethen

Die Feuerwehrjugend St. Margarethen hat sich, statt ihre Stunden abzusagen, entschieden, ihre Treffen aufgrund der Coronakrise online abzuhalten. Normalerweise treffen sich die Jugendmitglieder jeden Montag von 18 bis 20 Uhr im Feuerwehrhaus, aber ab sofort finden die Besprechungen am Computer oder Laptop statt.

„Das erste Online-Treffen funktionierte erstaunlich gut“, berichtet Verwaltungsmeister Alexander Bichler, „jedoch besitzt nicht jeder ein Mikrofon. Diese Hürde haben wir so bewältigt, dass jene ohne Mikro einfach im Besprechungschat mit uns kommunizieren.“

„Das erste Online-Treffen funktionierte erstaunlich gut“

Ein vorgegebenes Themenschema gibt es bei der Jugendstunde nicht. „Einmal üben wir einen Verkehrsunfall, dann wieder für die Bewerbe und das nächste Mal eine Spielestunde. Aber derzeit sind praktische Übungen oder Übungen für Bewerbe nicht möglich“, schildert Bichler. Alle Bewerbe, an denen die Jugendlichen teilgenommen hätten, sind im Moment abgesagt. In der ersten Internet-Jugendstunde widmete man sich dem Thema Wasserentnahmestellen und der Frage, welche Onlinetools dafür verwendet werden können. „Die Feuerwehr St. Margarethen hat die Wasserentnahmestellen online in eine Applikation der Feuerwehr Krems eingetragen. Somit können alle Feuerwehrleute diese in der Feuerwehr-Einsatzapp ,Grisu‘ einsehen“, erklärt Alexander Bichler den Ablauf. „Im Zuge dessen haben wir den Jungflorianis diese App, in der man alle aktuellen Feuerwehreinsätze in Niederösterreich sehen kann, gleich vorgestellt.“

Danach wurde es für die Jugendlichen technischer. Dabei diente Alexander Bichler als Szenario ein Brand im Altstoffsammelzentrum St. Margarethen. Dabei ging es darum, wie hilfreich die Webseite „wasserkarte.info“ in der Einsatzleitung sein kann. Die Homepage unterstützt mit ein paar Klicks die Feuerwehr bei der Berechnung des Höhenprofils und der Distanz. Damit wissen die Florianis, welche Länge die Zubringerleitung hat, wie viele Pumpen und Schläuche benötigt werden und wie viel bar Ausgangsdruck am Ende der Leitung herrschen. Bei größeren Einsätzen, wie einer Personensuche, sind diese Tools in der Einsatzplanung ebenfalls von großem Vorteil.

Online-Tipps für FF-Gruppen der Region

Die Online-Stunden der FF-Jugend St. Margarethen könnten bald auch Inspiration für andere Ortsgruppen sein: „Derzeit ist uns nicht bekannt, ob auch andere Jugendfeuerwehren in der Umgebung diese Möglichkeit nutzen, aber ich habe eine Anleitung erstellt, wie Feuerwehrkommanden Online-Besprechungen durchführen können. Ich habe die Anleitung an alle Feuerwehren im Abschnitt versendet und sie wurde auch an alle anderen Abschnitte im Bezirk St. Pölten und St. Pölten Land weitergeleitet“, erzählt Alexander Bichler. Mittlerweile ist auch das NÖ Landesfeuerwehrkommando auf das Konzept aufmerksam geworden. Für die neun Feuerwehrjugendmitglieder von St. Margarethen sind die Online-Treffs eine gelungene Abwechslung in diesen Zeiten.