Selbsterfahrung von Wahl-Pielachtaler: Ausgesetzt in Schwarzenbach

Neun Tage verbrachte Martin Fellier mit sieben Gegenständen und Kater im Wald.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 05:43
Lesezeit: 3 Min

Einen Selbstversuch startete der Wahl-Frankenfelser Martin Fellier in den Bergen des Pielachtals. Aus den geplanten sieben wurden neun Tage in der Wildnis des Isbary Bioland in Schwarzenbach.

Auf einer Höhe von 900 Metern ließ er sich mit sieben Gegenständen und nur der Kleidung am Leib aussetzen, ohne Getränke oder sonstige Verpflegung, ohne Kontakt zur Außenwelt, einzig sein Kater Leo leistete ihm Gesellschaft. Er hielt das Abenteuer in Form eines Videotagebuchs fest und publiziert die Folgen auf seinem eigenen Youtube-Kanal (siehe auch ganz unten).

Durch eine Freundin wurde er auf „7 vs. Wild“, ein Survival-Experiment von Fritz Meinecke in Schweden, aufmerksam. Meinecke rief dabei zur „Nachahmung“ auf. Da war klar, der 36-jährige Naturliebhaber stellt sich der Herausforderung.

Anstrengender als beim Original in Schweden

Etwa drei Wochen danach ging es dann für Fellier los. Sein Ziel war es, das Experiment so nah am Original durchzuführen wie möglich. Also überlegte sich seine Freundin für jeden Tag eine „Challenge“. „Die haben mich wirklich sehr gefordert und waren zum Teil sehr kräfteraubend. Das Rätsel an Tag sieben war aber wirklich eine Herausforderung und ich habe es nicht geschafft“, berichtet Fellier.

Im Vergleich zum Original in Schweden, sei es in Schwarzenbach anstrengender gewesen. So verbrachten die Abenteurer dort sieben Tage an einem See im August und konnten ein Angelset mitnehmen. „Bei mir hatte es Ende Oktober jede Nacht Minusgrade und es war kaum Essbares zu finden. In dem steilen Gelände habe ich mehr als 4.000 Höhenmeter allein fürs Wasser holen zurückgelegt“, erinnert sich Fellier.

Die fehlende Nahrung setzte dem Tiroler stark zu. Er ernährte sich nur von Kräutern, Brombeeren und einem Pilz. „Ich habe zwei Hosengrößen abgenommen, meine Fettreserven sind jetzt weg.“ Seelischen Beistand leistete Kater Leo. Er ist Felliers Mitbewohner, da war es naheliegend, dass er ihn mitnimmt. „Leo folgt mir besser als so mancher Hund“, schmunzelt er.

„Ich bin wirklich mit Wehmut aus dem Wald weg“

Er zieht ein positives Fazit aus der Zeit und plant schon das nächste Selbstexperiment, dass er jedoch noch nicht verraten möchte. „Die Zeit war sehr erfahrungsreich. Ich habe dann zwei Tage angehängt, weil der Anfang etwas schwierig war“, sagt Fellier.

Mit einer Erkältung startete er ins Abenteuer und zu Beginn hatte er zudem mit einer Autopanne zu kämpfen. Verschieben war nicht möglich, denn für die Nutzung des Geländes hatte er einige Genehmigungen einholen müssen. „Ich bin wirklich mit Wehmut aus dem Wald weg. Ich vermisse vieles davon“, sagt der Abenteurer.

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm der sechste Tag. Durch den Hunger hat ihm der Verstand Streiche gespielt. „Das war ein sehr emotionales Erlebnis für mich. Ich war noch nie in diesem Ausmaß mit Hunger konfrontiert“, gibt der 36-Jährige zu bedenken. „Ich habe zwei Hosengrößen abgenommen, meine Fettreserven sind jetzt weg.“

Das gesamte Experiment gibt es auf dem Youtube-Kanal von Martin Fellier in mehr als zehn Folgen zu sehen: