Starkregen als Rübentod im Pielachtal. Warmes Klima und Starkregen führten zu mäßiger Ernte im Pielachtal. Dirndlblüte dauerte zu lange.

Von Anna Maria Backnecht. Erstellt am 29. Oktober 2020 (03:03)
Rosa Fuxsteiner im Dirndlgarten bei der Ernte. Josef und Rosa Fuxsteiner haben in den 60er-Jahren  mit der Direktvermarktung begonnen – damals mit Buckelkorb am Moped.  
Fuxsteiner

Das trockene und warme Klima im Frühjahr und die überdurchschnittlichen Niederschläge im Sommer machten sich bei der Ernte bemerkbar. In Summe ist laut Landwirten der Region der Ertrag heuer etwas geringer als im Vorjahr, aber dennoch gut. 

Johanna Weiß im Garten des Steinschalerhofs mit einer vollen Scheibtruhe an geernteten Gemüse- und Obstsorten.
Steinschaler WF

Von den diesjährigen Wetterkapriolen besonders betroffen, ist Doris Schmidl aus St. Margarethen. Neben ihrer politischen Tätigkeit als Landtagsabgeordnete führt sie einen Schweinezuchtbetrieb. „Der April war sehr trocken. Das war schlecht für den Weizen. Auch der erste Schnitt Grünfutter hat unter der Trockenheit gelitten“, schildert die begeisterte Landwirtin. Der Weizen sei gerade noch mit einem blauen Auge davon gekommen.

Die Niederschläge ab Mai waren, meint sie, sehr förderlich für das Grünfutter. Der anhaltende Starkregen jedoch das Todesurteil für die Zuckerrüben. „Mein Rübenfeld ist heuer ein Totalausfall. Auf dem Feld sind alle Zuckerrüben verfault“, bedauert Schmidl. Neben Weizen und Rüben baut die Landwirtin auch Soja, Mais, Gerste sowie Miscanthus, besser bekannt als Elefantengras, an. Darauf ist sie besonders stolz. „Mit 0,3 Hektar Miscanthus kann man ein ganzes Einfamilienhaus heizen“, erklärt Schmidl. Gesamt betrachtet, ist für die Landwirtin 2020 ein durchschnittliches Erntejahr. 

„Alle zehn Jahre braucht die Dirndl eine kleine Pause, das ist dieses Jahr der Fall“

Selbst die Dirndl, die als ertragsreiche Frucht gilt, legt heuer eine Verschnaufpause ein. „Alle zehn Jahre braucht die Dirndl eine kleine Pause, das ist dieses Jahr der Fall“, berichtet Josef Fuxsteiner von der 1. Dirndlmanufaktur in Kirchberg. Der Ertrag sei im Vergleich zum letzen Jahr deutlich geringer, aber noch im Mittelmaß. Die Dirndlwildfrucht sei aber heuer süßer und größer als sonst. „Grund ist dafür mitunter die frühe und lange Blüte“, meint er. Über zwei Monate dauerte die Blütezeit, das sei selbst für die widerstandsfähige Dirndl zu lang. Die Ernte erstreckte sich   von Mitte August bis Anfang Oktober. „Jetzt werden gerade unsere Dirndl zu verschiedenen Köstlichkeiten und Destillaten verarbeitet“, verrät der Dirndlbauer.

Zufrieden mit der diesjährigen Ernte ist Johann Weiß vom Steinschalerhof in Rabenstein. Sowohl Gemüse als auch Obstsorten sind gut gewachsen. Eigens angebautes Wildgemüse, Äpfel, Dirndl, Birnen, Zucchini und Mangold werden im Hotel verarbeitet. „Trotz Corona-Krise kann alles gut in unserer Hotelküche verwendet werden“, erzählt er. Die Vielzahl an Küchen- und Wildkräuter, die im hauseigenen Garten auch heuer bei ihm gedeihen, verfeinern Gerichte wie Suppen und Salate. Mit Schädlingen hat er in seinem naturbelassenen Garten kaum Probleme. „Die große Anzahl an Nützligen bei uns macht sich hier bezahlbar“, ist er überzeugt.