Bücherei-Aus schlägt Wellen. Der öffentlichen Bibliothek der Pfarre Pressbaum droht die Schließung. Bürger starten nun eine Petition für den Erhalt.

Von Nadja Büchler. Erstellt am 20. Februar 2019 (04:29)
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Cornelia Wagner ist die Organisatiorin der Petition.

Das drohende Ende der öffentlichen Bibliothek der Pfarre Pressbaum lässt in der Stadtgemeinde die Wogen hochgehen. Bereits vor fünf Jahren wurde der Gemeinde ein Konzept für eine Stadtbibliothek übergeben. Dieser Vorschlag wurde im Rahmen der Stadterneuerung erneut eingebracht. Dazu Bürgermeister Schmidl-Haberleitner: „Wir haben eine Bibliothekarin bei uns, die hat ein Konzept erstellt, das in das Stadterneuerungsprojekt eingeflossen ist. Und da ist es ins Budget aufgenommen, aber anschließend wieder herausgestrichen worden.“

Seitens des Landes NÖ habe es die Empfehlung gegeben, diese Dinge hintanzustellen, wenn größere Projekte für die öffentliche Sicherheit unbedingt erforderlich sind. „Damit gemeint sind Hochwasserschutz und das Feuerwehrhaus. Das Heimatmuseum wurde umgesetzt, Bibliothek ist sich nicht ausgegangen“, so Schmidl-Haberleitner.

„Eine moderne Bücherei ist Begegnungsraum sowie Kultur- und Bildungszentrum.“ Sonja Lötsch

Mit einer Petition machen sich engagierte Bürger nun für den Erhalt der Einrichtung stark. Sie fordern von der Gemeinde die Übernahme der vorhandenen 3.267 aktuellen Medien, um damit den Start zum Aufbau einer modernen und zukunftsorientierten Bibliothek zu ermöglichen. „Das Bild einer Bücherei mit verstaubten Büchern und veraltetem Lesestoff ist schon seit Langem überholt“, sagt Cornelia Wagner, Organisatorin der Petition.

„Eine moderne Bücherei ist Begegnungsraum sowie Kultur- und Bildungszentrum“ erklärt Sonja Lötsch. Sie ist gelernte Bibliothekarin und hat viele Jahre für die Stadt Wien gearbeitet. Im Jahr 2014 hat sie ihr Konzept bei der Gemeinde eingereicht.

„Öffentliche Bibliotheken tragen wesentlich zur Förderung der Lesekompetenz und der sprachlichen Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen bei. Erwachsene werden bei der persönlichen oder beruflichen Weiterbildung unterstützt“, so Lötsch. Wenn es die Ausstattung erlaubt, seien sie heute Informations-, Kommunikations- und Technologiezentren.

Der Grundstock für eine eigene Stadtbibliothek wurde durch den 20-jährigen Einsatz von Maria Trimmel und ihrem Team gelegt. Mit der NMS Pressbaum hat es im Zuge der Stadterneuerung Gespräche über die interimistische Nutzung eines Raums im Schulgebäude gegeben. „Wir könnten sofort mit den ersten Veranstaltungen beginnen und im Herbst 2019 mit dem Verleih der Bücher starten“, so Lötsch weiter. „Uns fehlt die offizielle Beauftragung der Gemeinde als Träger. Danach könnten wir beim Land Niederösterreich, dem BVÖ und dem Bundeskanzleramt um Förderungen ansuchen.“ Die Zeit drängt allerdings. Die Einreichfrist endet bereits am 1. März.

„Die Themenvielfalt einer Bibliothek reicht von lokalen Informationen und Kulturgütern bis hin zu Veranstaltungen. Eine Zusammenarbeit mit dem Heimatmuseum würde Synergien nutzen und für beide Seiten Vorteile bringen“, betont Lötsch abschließend.

Die Petition kann online unter www.openpetition.eu/!stadtbibliothek oder persönlich in der „Töpferstube Wienerwald“ und in der Bibliothek unterschrieben werden.