Raub und Körperverletzung: Bewährung für Jugendliche aus Wienerwald

Erstellt am 18. Januar 2022 | 20:26
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Foto: Von Zolnierek, Shutterstock.com
Unbescholtenes Quartett aus gutem Hause schlug im Vorjahr einen Mann, der Zivilcourage zeigte, im Zug nieder. Alkohol, schlechte Freunde und die Corona-Einschränkungen sollen der Auslöser gewesen sein.

Vier Jugendliche zwischen 17 und 18 Jahren aus Pressbaum, Maria Anzbach und Mauerbach, die letztes Jahr ihr Unwesen in der Region Wienerwald trieben, fanden sich auf der Anklagebank des Landesgerichts St. Pölten wieder. Der Staatsanwalt legte dem Quartett Raub, versuchte Nötigung und schwere Körperverletzung in mehreren Fällen zur Last.

Im Juni 2021 verspotteten und bespuckten die Schüler und Lehrlinge aus gutem Hause spätnachts einen stark alkoholisierten, kaum ansprechbaren jungen Mann im Zug von Wien Richtung St. Pölten. Als ein Unbeteiligter Zivilcourage zeigte und die Angeklagten davon abhalten wollte, hielten sie diesen fest und versetzten ihm heftige Faustschläge. Dabei soll einer der Jugendlichen auch gegen den Kopf des Opfers getreten haben.

„Das letzte Jahr war für uns alle besonders hart. Es ist einfach aus dem Ruder gelaufen“, beteuerten die Angeklagten. Die Corona-Einschränkungen, Alkohol und falsche Freunde sollen zu den Straftaten verleitet haben.

In einem anderen Fall schlugen zwei der Angeklagten nach einer Party in Purkersdorf einen Jugendlichen zu Boden und nahmen ihm seinen „Cannabis-Crusher“ weg.

In Purkersdorf nahm der Rädelsführer aus Pressbaum auch einem Jugendlichen einen zehn Euro Schein ab. „Ich brech dir sonst die Knochen“, soll der 18-jährige Schüler gedroht haben. Er erhielt mit 18 Monaten auf Bewährung die höchste Strafe. Zwei weitere der Mittäter kamen mit neuen Monaten bedingt und einer Diversion davon. Die Verhandlung für den vierten Schüler wurde vertagt. Die Urteile sind rechtskräftig.

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