"Wahlsonntag" sorgt in Wolfsgraben für Spannung. Vor dem „Wahlsonntag“ mobilisieren ÖVP und Opposition noch einmal alle ihre Kräfte.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 25. April 2019 (04:30)
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Während die meisten Menschen in der Region die Karwoche samt Osterfest recht entspannt angingen, flogen in Teilen Wolfsgrabens nach wie vor die Fetzen. Zumindest politisch. Der Grund dafür ist die bevorstehende Volksbefragung, die am Sonntag (28. April) über die Bühne geht, initiiert vom Verein „Dorferneuerung“. Hier soll über den Standort des Gemeindeamtes abgestimmt werden. Das Ergebnis einer Volksbefragung ist für eine Gemeinde nicht bindend. In einer Sondersitzung des Gemeinderates in der Vorwoche wurde allerdings beschlossen, dass bei 35 Prozent Wahlbeteiligung das Ergebnis auch umgesetzt werde.

Bock bittet um ein „Nein“ bei Befragung

Die ÖVP, die sich für einen Verbleib des Gemeindeamtes im Wirtschaftspark ausspricht, und die Opposition, die ein Gemeindeamt samt Ortszentrum im neuen Bau in der Hauptstraße 54-56 will, mobilisieren noch einmal alle Kräfte. Bürgermeisterin Claudia Bock (ÖVP) verschickte einen Brief an „fast alle Haushalte“, wie sie selbst sagt. Darin fordert sie: „Bitte: Nein bei der Volksbefragung ankreuzen!“

Als Gründe führt sie unter anderem an, dass Postpartner und Arztpraxis ohnehin im Wirtschaftspark bleiben würden. Außerdem sei am jetzigen Standort hohe Zufriedenheit gegeben. Die zusätzlichen Kosten eines Neubaus würden zudem die Errichtung von Fahrbahnteiler mit Querungshilfe an der Kreuzung B13/L128, eine Radwegverlängerung von der Liesingerstraße bis zur Wehrerstraße und eine Verzögerung der Straßensanierungen mit sich bringen.

Kerstin Schneiderbauer von den Grünen hält dagegen: „Die Umsetzung des Plans, der entstandenen Vision einer neuen Wolfsgrabener Mitte, ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die für Wolfsgraben gefällt wird. Eine, die das Ortsbild und unser Zusammenleben prägen wird und die daher auf einer möglichst breiten Basis getroffen werden soll.“ Von Beginn an habe die Opposition das Projekt begleitet und viel Zeit und Herzblut hineingesteckt.

Grüne sehen „Ja“ als Chance für Ortszentrum

Wolfsgraben habe, laut Aussendung der Grünen, mit der Umsetzung des Projektes die einmalige und wahrscheinlich unwiederbringlich letzte Chance, ein Ortszentrum zu bekommen, mit einem Gemeinschaftsplatz, einer Begegnungszone, einem Gemeindesaal, der auch für Veranstaltungen nutzbar ist und vielem mehr.

Unabhängig vom Ausgang der Bürgerbefragung, werden die Grünen das Ergebnis der Volksbefragung akzeptieren, „im Gegensatz zur ÖVP ohne Wenn und Aber“, so Schneiderbauer.

Für den Tag nach der Volksbefragung wurde übrigens eine weitere Sondersitzung des Gemeinderates von der Opposition erzwungen. Ein von der ÖVP-Mehrheit wegen eines Formfehlers abgeschmetterter Tagesordnungspunkt soll darin dann nachgeholt werden. Und richtig, es geht darin ums Gemeindeamt.