Zukunft ist ungewiss. Leser zittern um Bücherservice. Budget lässt nur geringen Spielraum zu.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 13. Februar 2019 (04:47)
Nadja Büchler
Maria Trimmel und Ulrike Gollinger waren 20 Jahre lang ehrenamtlich für die Bibliothek in der Pfarre tätig.

Fast genau 20 Jahre ist es her, dass eine Gruppe rund um Maria Trimmel und Ulrike Gollinger eine kleine aber feine Bibliothek in der Pfarre einrichtete und diese seither als „Pfarrbibliothek“ in Pressbaum bekannt ist. Im Juni könnte nun das letzte Stündlein der Bibliothek geschlagen haben, denn die ehrenamtlichen Betreiberinnen gehen in Pension, und ein Budget für den Fortbestand ist seitens der Stadtgemeinde noch nicht vorgesehen.

„Ich borge mir jährlich etwa 40 Bücher in der Pfarrbibliothek aus“, berichtet ein Pressbaumer bei einem Anruf an die NÖN-Redaktion. Er gehe dort besonders gerne hin, nicht nur, weil die Bibliothek etwas Gemütliches ausstrahlt, „sondern weil das ein richtiger kleiner Treffpunkt ist“. Nach Meinung des viellesenden Pressbaumers wäre es „sehr schade, wenn es diese Einrichtung nicht mehr geben würde“.

Nach 20 Jahren könnte nun Schluss sein

Die Teilnehmerinnen eines Mütterseminars planten die Errichtung dieser Bibliothek. „Es sollte auch in Pressbaum möglich sein, Bücher zu günstigen Preisen ausleihen zu können. Die Förderung der Lesekompetenz unserer Kinder war uns sehr wichtig“, erklärt Maria Trimmel. Fünf Jahre lang begaben sie sich dann auf die Suche nach einer Örtlichkeit und wurden schließlich in der Pfarre fündig. Dort wurde ihnen ein Raum mit 16 m² zur Verfügung gestellt.

„Gestartet wurde mit viel Engagement und 700 gespendeten Büchern“, erinnert sich Trimmel und ist stolz darauf, dass der Buchbestand auf 3.627 Bücher angewachsen ist. „In all den Jahren wurde auf Aktualität großer Wert gelegt und so mancher Besucher war überrascht, selbst die neuesten Bücher ausleihen zu können“, so Trimmel, die ebenso wie ihre Mithelferinnen stets ehrenamtlich für die Bibliothek tätig war.

Am 13. Juni, exakt 20 Jahre nach der Eröffnung der Bibliothek, könnte nun Schluss sein, da Trimmel und Co in Pension gehen. Wie es weiter geht, ist ungewiss. Es gibt aber einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Im Rahmen der Stadterneuerung wurde der Gemeinde der Vorschlag gemacht, die Bücherei von der Pfarre zu übernehmen. „Die Bibliothek ist Gegenstand von Besprechungen. Derzeit liegt der Fokus des Gemeindebudgets aber auf dem Haus der Feuerwehr und dem Hochwasserschutz. Diese Dinge gehen vor“, ist Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner skeptisch, ob sich eine Lösung für die Bibliothek finanzieren lässt.

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