Harri Stojka: „Sowas hört man nur in Wien“. Harri Stojka bringt authentischen Wiener Schmäh und eine gute Prise Jazz-Rock mit nach Purkersdorf.

Von Lisa-Maria Seidl. Erstellt am 22. Februar 2019 (02:58)
Sabine Hauswirth
Harri Stojka steht voll und ganz hinter seiner Musik, als Jazzgitarrist hat er seinen eigenen Stil entwickelt.

Als Virtuose an der Gitarre ist Harri Stojka schon lange bekannt, dass er auch als Schriftsteller Talent hat, beweist er in seinem neuen Buch „Kaum zu glauben, Musiker und andere G‘schichtln“. Am Samstag, 23. Februar, kommt er mit dem Hot Trio in die „Bühne“. Dann gibt‘s nicht nur Musik, sondern auch pointierte Anekdoten, die das Leben schrieb.

NÖN: Was kann das Publikum in Purkersdorf erwarten?
Harri Stojka: Der erste Set wird Musik sein, das zweite dann die Lesung. Ich wollte nicht abwechseln zwischen Mikrofon und Gitarre, so flexibel bin ich nicht (lacht). Aber beide Teile werden sehr interessant werden. Wir freuen uns wirklich schon sehr auf das Konzert.

Es ist dies jetzt schon Ihr zweites Buch. Was hat sie dazu veranlasst, zusätzlich zur Musik noch als Schriftsteller tätig zu sein?
Ich sehe mich nicht als Schriftsteller, das ist für mich ein Hobby. Mir sind eben diese Anekdoten eingefallen und die habe ich niedergeschrieben. Es war gar nicht meine Intention, ein Buch zu schreiben. Zuerst hab ich die Gedichte auf Facebook veröffentlicht. So habe ich dann auch einen Verlag bekommen. Ich war selber erstaunt, dass das so gut ankommt. Für etwas ist Facebook also doch gut (lacht). Mein erstes Buch war ein Band mit Mundartgedichten, „a guada tog, oder a zprackta braucht kaan karakta“, eine Kooperation mit meinem guten Freund Walter Schmögner.

Woher nehmen Sie die Inspiration für die Anekdoten?
Es sind Geschichten aus dem Leben eines Musikers, eines Wiener Musikers. Der Wiener Schmäh, die Pointen und die Wuchteln, sowas hört man nur in Wien, das haben nur die Wiener drauf.

Warum schreiben Sie auf Wienerisch?
Das geht mit einfach am leichtesten von der Feder, das ist meine Muttersprache. Während mein Gedichtband ganz im Dialekt geschrieben ist, ist im neuen Buch die Erzählung in Standardsprache, die Pointen aber immer im Wiener Dialekt. Ich bin auch stolz darauf, dass ich Wienerisch spreche. Ich bin ein Verfechter des Wiener Dialekts, auch wenn er leider aussterben wird. Wien ist die wichtigste Fremdsprache der Welt, hat André Heller gesagt. Das sehe ich auch so.

Der Wiener Schmäh, die Pointen und die Wuchteln, sowas hört man nur in Wien, das haben nur die Wiener drauf.

In der Bühne treten Sie mit dem Hot Trio mit Peter Strutzenberger und Sigi Maier auf. Was werden Sie spielen?
Ich bin momentan wieder mehr jazz-rockig unterwegs, so wie wir ihn in den 70er und 80er Jahren gespielt haben. Nicht wirklich „Fusion“, das ist eine etwa andere Stilrichtung. Der Rock darf nicht zu kurz kommen, es sind 50 Prozent Jazz und 50 Prozent Rock. Peter Strutzenberger und Sigi Maier sind zwei phänomenale Musiker. Wir sind sehr zusammengespielt. Wir halten uns nicht an einen Programmzettel, was wir spielen, das entscheiden wir spontan, je nach der Stimmung.

Welche Projekte haben sie in Zukunft geplant?
Das ist eine Frage der Nachfrage. Das Beatles-Projekt werde ich auf jeden Fall weiterführen. Der Plan ist, dass es so weitergeht, wie es jetzt ist. Ich habe so viele Ideen, so viel Power. Das nächste ist meine neue CD, die heißt „Psycho Guitar“, die kommt Ende März, Anfang April heraus, ist aber derzeit noch in Arbeit.

Was verbindet Sie mit Purkersdorf?
Ich mag die Location sehr gerne. Man fühlt sich hier immer sehr willkommen. Im Nikodemus bin ich immer gerne essen gegangen. Begonnen hat alles im 75er Jahr, als ich eine LP mit Manuel Rigoni gemacht habe. Da habe ich ihn oft in Purkersdorf besucht. In den 60er Jahren war ich auch gern auf der Hochramalpe. Vielleicht geht sich für mich ja einmal ein Haus in Purkersdorf aus? (lacht).