Virtuose Jungmusiker spielten in Wolfsgraben auf. Das Herbstkonzert des Tullnerbacher Blasorchesters stand ganz im Zeichen junger Talente.

Von Monika Närr. Erstellt am 21. Oktober 2019 (14:09)

Musikalisch wurde beim heurigen Herbstkonzert des Blasorchesters Tullnerbach wieder mit dem „Gemischten Satz“ diverser Ensembles aufgewartet. Kulinarisch gab`s diesen mit prämiierten Edelmoser-Weinen auch zu verkosten. Drei virtuose Jungtalente zogen an diesem Nachmittag im Wolfsgrabener Pfarrsaal mit seiner speziellen Akustik und Atmosphäre dabei besondere Aufmerksamkeit auf sich.

Der junge Wolfsgrabener Alexander Vounelakos brillierte mit Mozart, Bach und jazzigem Duke Ellington am Klavier. Erblich vorbelastet durch seinen griechischen Vater, der Gitarre am Sacre Coeur unterrichtet, konnte er sein Talent mit Unterstützung der Musikschule Oberes Wiental sowie eines Privatlehrers entfalten. Derzeit besucht er die siebte Klasse im Wienerwaldgymnasium, nach der Matura möchte er Klavier studieren. „Es wird noch spannend, in welche musikalische Richtung dich dein weiterer Weg tragen wird“, resümierte Kapellmeister Wolfgang Jakesch voller Stolz.

Vera Karner erntete begeisterten Applaus für ihre Klarinetten-Einlagen, speziell für ein ambitioniertes Solo. Die Pressbaumerin lebt zur Zeit hier, in Graz und Berlin, trat kürzlich mit Kammermusik in der Hamburger Elbphilharmonie auf und plant demnächst eine Konzertreihe im palästinensischen Teil Israels. „Es wird ein engagiertes Musik-Friedenskonzert, an dem dieses junge und großartige Talent teilnimmt“, streute Moderator Jakesch auch ihr Rosen.

Vera selbst genoss das Musizieren in heimatlichen Gefilden und auch den gemeinsamen Auftritt mit William Karninger. „Wir spielten schon unseren ersten Auftritt mit neun Jahren gemeinsam beim Blasorchester Tullnerbach“, freute sich die 25jährige über ihren Aufenthalt daheim, die es nun wegen des Zweitstudiums bei einem speziellen Klarinetten-Lehrer nach Berlin zog.

Erstes Dirigat von Weichinger

Als drittes Jungtalent trat Stephanie Weichinger, diesmal auch in zusätzlicher Funktion, in Erscheinung. Die Musikstudentin und Hornistin spielte heuer in der Angelika-Prokopp-Sommerakademie der Wiener Philharmoniker und trat vor einigen Wochen damit auch bei der Schloss Thalheim Classic des Tullnerbacher Intendanten Wolfgang Gratschmaier auf. Bereits seit drei Jahren arrangiert sie Stücke für Ensembles, in Wolfsgraben gab sie ihr erstes Dirigat zum Besten.

Alt-Symphoniker Peter Spitzl aus dem Irenental hatte sie dafür zu seinem Ensemble-Auftritt geholt und lobte: „Ich hab` mich sehr gefreut, sie hat das sehr gut gemacht, vor allem auch mit den Tempi“, so der Vater von Sopranistin Irene Spitzl. Diese sang das Schubert-Lied „Der Hirt am Felsen“, welches seine vorletzte Komposition war. Regelmäßigen Konzertbesuchern fiel gerade bei diesem schwierigen Stück auch ihre künstlerische Weiterentwicklung auf.

Bürgermeisterin Claudia Bock war von der tollen alljährlichen Darbietung in ihrem Pfarrsaal begeistert, der Tullnerbacher Gemeinderat Otto Lebinger wurde als förderndes Mitglied des Blasorchesters aufgenommen und Kapellmeister und Neo-Tullnerbacher Wolfgang Jakesch lud abschließend das Publikum ein, am 24. November zur Konzertwertung nach Grafenwörth zu kommen.