Alf Poier: Mit Humor, Hemd und Kapperl. Kabarettist Alf Poier erzählte, warum in seiner Waschmaschine nicht alles überlebt und warum Modegeschäfte keine Discos sein solten.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 05. Juni 2019 (03:19)
Reuter
„Ich koche mein Kapperl, damit es passt“, gestand Kabarettist Alf Poier im Gespräch mit Martina Reuter.

Alf Poier ohne Kapperl, so etwas gibt es nur sehr selten zu sehen. Sein Markenzeichen darf bei öffentlichen Auftritten nie fehlen. Bei Style-Expertin Martina Reuter zog der erfolgreiche Kabarettist und Künstler aber blank und plauderte aus dem Nähkästchen.

„Mich gibt es als Künstler Alf und als Privatmensch Alf. In der Arbeit trage ich ausschließlich mein Kapperl. Damit kennt mich jeder. Ohne erkennt mich niemand. Das ist ganz praktisch“, lacht der exzentrische Steirer. „Shoppen? Du meinst Frühschoppen! Ja das liebe ich! Einkaufen gehe ich nicht so gerne, und wenn, dann nur in Geschäfte,“ erzählt Alf. „Ich muss die Sachen angreifen können. Online ist mir das viel zu mühsam. Im Netz kaufe ich höchstens mein Parfum. Da ist es viel günstiger,“ erklärt er.

„Mich gibt es als Künstler Alf und als Privatmensch Alf"

„Ich lebe eher zurückgezogen, habe auch nicht viel zum Anziehen. Es ist wie mit den alten Damen beim Arzt. Tagsüber rede ich nicht viel. Aber jetzt bei dir kommt alles raus“, schmunzelt der 52-Jährige. Sein aktuelles Programm „Humor im Hemd“ ist ein großer Erfolg, im Moment ist Alf Poier daher viel auf Tour. „Dabei trage ich natürlich ein Hemd, eine absolute Ausnahme. Aber zum Programm passt es. Am liebsten in Schwarz, das macht bekanntlich schlank“, so Alf.

Sein einzigartiger Style fällt seit Jahren ins Auge. „Ich stehe total auf Glockenhosen“, gesteht er. „Die lasse ich beim Rieger in der Gonzagagasse anfertigen. Dazu trage ich Converse-Schuhe, um den jungen Mädchen zu gefallen. Die sind nämlich sau unbequem, versteh gar nicht, wie man die freiwillig tragen kann. Und Leiberl dazu. Fertig.“

Sein Markenzeichen ist neben seinem Humor auch sein Kapperl. „Ja, das stimmt“, sagt er. „Die sind total cool! Ich glaube, ich besitze ungefähr sechs Stück, davon passen mir allerdings nur zwei Stück wirklich. Ich habe einen sehr kleinen Kopf, daher muss ich die Kapperl immer erst im Wasser kochen, damit sie einlaufen und passen“, lacht der Künstler.

Strenge Dresscodes sind nicht sein Ding

Für seine Outfits gibt er nicht viel Geld aus. „Ich besitze eine Jacke, die ich im Winter wie im Sommer trage“, gesteht er. „Sie hat mittlerweile Löcher. Ich habe keine Krawatte, keinen Anzug, nichts Schickes. Wenn ich mal den Nobelpreis bekommen sollte, kann ich ihn nicht abholen, weil ich nichts zum Anziehen habe. Deswegen schwänze ich auch sämtliche Veranstaltungen, wo ein Dresscode vorgeschrieben ist. Ich hab ja nix dafür im Kleiderschrank“, grinst er.

Sein Lieblingslook besteht ganz einfach aus einem Rollkragenpulli, Jeans und fertig. „Meine Waschmaschine ist nietzscheanisch, das heißt: alles, was stark genug ist, überlebt und wird weitergetragen. Ich wasche immer mit dem gleichen Programm. Spannend“, lacht Alf. Der lustige Künstler hatte auch immer sehr nonkonforme Freundinnen an seiner Seite, mal als Graffiti verkleidet, mal im Kleid aus Billa-Sackerln.

„Ich kann nix anfangen mit Marken wie Hermès und Gucci“, betont Alf. „Bei Frauen kann man ja noch ein Auge zudrücken, bei Männern finde ich es eher gockelhaft,“ antwortet er auf die Frage nach teurem Gewand.

„Ich kann nix anfangen mit Marken wie Hermès und Gucci“

„Früher war ich Läufer, deswegen lege ich heute Wert auf gutes Schuhwerk. Ich gehe oft zu Fuß und bin ein typischer Erlagscheineinzahler. Dadurch, dass alle Banken zumachen, muss ich immer weitere Wegstrecken zurücklegen. Unterwegs mache ich dann gerne mal einen Abstecher in verschiedene Geschäfte. Dort fühle ich mich aber oft wie in einer Disco, weil die immer die Musik so laut aufdrehen. Da dreh ich dann gleich wieder um“, lacht er.

Wer Alf live sehen möchte, kann ihn bei seinem neuen Programm „Humor im Hemd“ besuchen.