Rosa Takats: Wegen Coronakrise aus Japan zurück. Rosa Takats ist daheim. Was sich verändert hat, ist für sie befremdlich.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 01. April 2020 (03:55)
Rosa Takats in Japan unterwegs als Geisha.
NOEN

Den vermutlich letzten Flug aus Tokyo hat Rosa Takats ergattert. Seit vergangener Woche ist die Gablitzerin wieder zurück in Österreich. „Mir geht es gut – auch gesundheitlich“, gibt sie gleich Entwarnung.

Zuerst hatte Takats noch überlegt, ob sie mit ihrer Rückkehr nach Österreich warten soll. „Allerdings ist die Situation in Japan aufgrund der Coronakrise auch etwas brenzliger geworden, und daher habe ich mich entschlossen, doch zurückzukehren“, erzählt die Gablitzerin. Denn während in Japan Schulen und Museen bereits länger geschlossen waren, seien die Züge voll mit Menschen gewesen. „Und die Leute haben sich beispielsweise auch zum Grillen getroffen. Strengere Maßnahmen sollen aber jetzt geplant sein.“

„In Japan war ich an Schutzmasken gewöhnt, aber die Menschen in Österreich damit zu sehen ist schon befremdlich.“ Rosa Takats

Die Rückreise gestaltete sich herausfordernd. „Eigentlich hätte ich einen Flug für Freitag gebucht. Dieser wurde allerdings storniert. Ich wurde dann automatisch umgebucht auf einen Flug, der um einen Tag früher ging“, sagt Takats. Informiert sei sie darüber nicht worden: „Meine Familie in Österreich hat mir von der Umbuchung berichtet, ich habe kein Mail bekommen.“ Es sei dann alles sehr schnell gegangen, und jeden Tag seien die Maßnahmen verändert worden. „Ich war zum Glück in Tokyo und konnte alles rasch packen.“

„Im Flugzeug waren wir aber nur zehn bis 20 Leute, Platz hätten 270 gehabt. Das war schon sehr komisch“

In Japan am Flughafen sei dann noch alles ganz normal abgelaufen. „Im Flugzeug waren wir aber nur zehn bis 20 Leute, Platz hätten 270 gehabt. Das war schon sehr komisch“, sagt sie. Am Wiener Flughafen hat die 18-Jährige dann ein Formular unterschreiben müssen, dass sie für zwei Wochen in Quarantäne bleibt. Außerdem wurde Fieber gemessen. „Ich habe dann schon ein bisschen Angst bekommen, dass das Thema so ernst genommen wird. Das war mir nicht so bewusst“, berichtet sie. Natürlich habe sie von Erzählungen gewusst, wie es derzeit in Österreich zugeht, „aber wenn man es dann selbst erlebt, ist es schon noch mal was anderes“.

Einen Kulturschock hat Takats auch gleich erlitten: „Wenn man aus so einem netten Land, wie Japan kommt, in dem alle freundlich sind und dann steigt man in Wien aus, ist man es einfach nicht gewohnt, nicht gegrüßt zu werden.“

Auf ihre Heimkehr hat sie sich zuerst auch gar nicht gefreut. „Auf meine Familie schon, aber nicht auf Österreich.“ Mittlerweile hat sie sich aber wieder eingelebt und findet es schön, daheim zu sein und in ihrem eigenen Bett schlafen zu können.

Befremdlich war es für die 18-Jährige auch, Personen mit Schutzmasken in Österreich zu sehen.. „In Japan war ich an Schutzmasken gewöhnt, aber die Menschen in Österreich damit zu sehen ist schon komisch. Auch, dass ich meine Freunde derzeit nicht sehen kann, ist bitter“, erzählt sie.

Rosa Takats hat für ihre Familie daheim in Gablitz schon japanisch gekocht.
privat

In der Quarantäne will die 18-Jährige japanisch für ihre Familie kochen. „Ich habe einige typische japanische Zutaten mitgebracht, sie freuen sich schon sehr drauf.“ Außerdem will sie für ihren Aufnahmetest zur Ausbildung als Hebamme lernen und sich mit Sport fit halten.

„Auch die Kleinigkeiten waren schon cool“

„Und natürlich werde ich weiter japanisch lernen“, so Takats. In Japan war die 18-Jährige im Rahmen von „Work and Travel“. Fünf Monate lang hat sie dort gearbeitet und die berühmtesten Städte besucht. „Am Anfang war alles besonders, das erste Mal verschiedene Speisen auszuprobieren oder das erste Mal in einem Supermarkt einkaufen zu gehen. Solche Kleinigkeiten waren für mich schon cool“, ist Takats begeistert. Auch das Sight-Seeing wird ihr in Erinnerung bleiben. „Besonders gut gefallen hat es mir in Kyoto und Okinawa“, sagt die 18-Jährige. Schwerer hat sie sich damit getan, Tokyo zu mögen. „Die Stadt ist schon ziemlich hektisch.“