Purkersdorferin schimpfte Beamte

55-Jährige wehrte sich vehement gegen Festnahme und pöbelte Polizisten an. Vor Gericht verhält sich Angeklagte äußerst respektlos. Die Richterin spricht sie schuldig.

Stefanie  Marek
Stefanie Marek Erstellt am 23. September 2021 | 04:48
Gericht Symbolbild
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Foto: Von Zolnierek, Shutterstock.com

Versuchter Widerstand gegen die Staatsgewalt und eine tätliche Handlung gegen eine Polizistin – wegen dieser Vorwürfe steht eine 55-jährige Purkersdorferin vor Gericht. In der letzten Gerichtsverhandlung erzählte die Angeklagte, wie von der NÖN berichtet, ihre Version der Geschichte. Dieses Mal sind die beteiligten Polizeibeamten dran. Die Richterin mahnt die Angeklagte mehrmals ab, weil sie dazwischenredet und ihre Maske nicht ordnungsgemäß aufsetzt.

Frau „schrie wie am Spieß“

Im April gegen 20.30 Uhr, als noch die Ausgangsbeschränkungen galten, traf die Polizei eine Gruppe von ungefähr 20 Personen am Hauptplatz an, sie trugen keine Masken und hielten keinen Abstand. Die meisten liefen davon, vier Personen blieben, darunter die 55-Jährige.

Als sie die Polizisten sah, soll sie aufgestanden und auf sie zugegangen sein, die Beamten angepöbelt, ihnen ein Lied auf ihrem Handy vorgespielt und zwischen ihnen herumgetanzt haben, erzählt der Polizist. Er und seine Kollegin hätten die Frau mehrmals gemahnt, aufzuhören und Abstand zu ihnen zu halten. Als die Frau sie weiter beschimpfte und ihren Ausweis nicht herzeigen wollte, wollten die Beamten sie festnehmen.

Doch die Frau begann sich zu wehren, „schrie wie am Spieß“ und stemmte die Füße gegen den Streifenwagen. Dabei schlug sie sich den Kopf an der Autotür an und trug eine Platzwunde davon. Der Polizist schaffte es schließlich, sie ins Auto zu drücken. Kurz darauf steckte sie jedoch den Kopf zur anderen Autotür heraus und schrie herum, sagen die Beamten. Sie zogen sie daraufhin heraus und legten ihr Handschellen an.

Weiterer Vorfall in Zelle

In der Zelle kam es später zu einem weiteren Vorfall, als sich Sanitäter die Wunde der Frau anschauen wollten. Als der Beamte die Zellentür zusperrte, sprang sie ihn an und riss ihm die Maske vom Gesicht. Der Beamtin kam sie sehr nahe und schrie sie an, diese streckte daraufhin den Arm aus, um die Frau zurückzuhalten. Die soll den Arm heftig beiseite geschlagen haben.

„Tut mir leid, wenn ich dir dabei wehgetan habe“, murmelt die Angeklagte nach der Aussage der Beamtin. Richterin und Staatsanwalt fassen das Duzen der Beamten sowie ihr generelles Verhalten vor Gericht als respektlos auf. Die Richterin spricht die Frau schuldig. Die 55-Jährige bekommt sechs Monate bedingte Haft bei einer dreijährigen Probezeit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.