Brand in Lagerhalle: Stichflamme durch Benzin im Ofen. In der Nacht auf Sonntag um 2.34 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu einem Großbrand auf einen Bauernhof auf der Hauptstraße in Wolfsgraben alarmiert.

Von Kristina Veraszto und Beate Riedl. Update am 30. November 2020 (09:36)

Mittlerweile ist auch die Brandursache bekannt: Ein 30- und ein 29-Jähriger sollen versucht haben, mit Benzin einen Ofen in einer Lagerhalle anzuzünden. 

Dabei kam es zu einer Stichflamme und der 30-Jährige verletzte sich dabei. Weiters versuchte er den Benzinkanister, der bereits brannte, ins Freie zu bringen, weitere Brandverletzungen waren die Folge.

Anschließend soll er laut Angaben der Polizei die Bewohner des angrenzenden Mehrparteienhauses über den Brand informiert und die Einsatzkräfte alarmiert haben. Binnen kürzester Zeit stand die Halle in Flammen.

Wir berichteten:

Wie Kommandant Christian Lautner gegenüber der NÖN erklärt, wurde sofort die höchste Alarmstufe ausgelöst. „Bereits bei der Anfahrt stand das Wirtschaftsgebäude und das angrenzende Wohnobjekt in Vollbrand“, erklärt Lautner. Vier Familien wurden aus dem Wohnhaus evakuiert. „Das Wirtschaftsgebäude ist abgebrannt, das Wohnhaus konnten wir retten“, schildert der Feuerwehrkommandant und Einsatzleiter. 

Beim Einsatz galt es galt vorrangig, den direkt angrenzenden Wohnbereich zu schützen und Tiere in Sicherheit zu bringen. Eine verletzte Person wurde zeitgleich von Rettungskräften erstversorgt und ins Spital gebracht.

„Im Innenangriff und an mehreren Stellen des Daches wurden Öffnungen in die Dachhaut vorgenommen. Im Bereich des Heustadels begann der Dachstuhl nach und nach einzustürzen, das gelagerte Heu stand im Vollbrand und begrub zwei Autos und eine Kleintraktor unter sich, die alle voll ausbrannten“, berichtet die Feuerwehr Wolfsgraben über den Einsatz. Nach ersten Erfolgen in der Brandbekämpfung wurde begonnen, mit einem Bagger Heu und Gebäudeteile abzutransportieren und zu löschen. Aufgrund der Einsturzgefahr wurden auch Bereiche des verbrannten Dachstuhles abgetragen.

Eine Wohnung im Obergeschoß des Hauses konnte komplett, eine weitere nur teilweise erhalten werden, in den Räumen des Untergeschoßes kam es durch den massiven Wasserangriff zu Wassereintritten.

Gegen 9 Uhr vormittags konnte der Einsatzleiter „Brand aus“ geben, alle Feuerwehren – ausgenommen die örtliche zuständige -  rückten ab. Nach dem „Brand aus“ machten sich die Ermittler auf die Suche nach der Brandursache, die bislang noch unbekannt ist.

Im Anschluss wurden Heu- und Abbruchteile nochmals mit dem Bagger umgearbeitet und weitere Glutnester gelöscht. „Der restliche noch stehende Dachstuhl wurde mit Bagger und einem Kran kontrolliert zum Einsturz gebracht“, heißt es von der Feuerwehr.

Nach einer endgültigen Kontrolle der Brandherde rückte die Feuerwehr Wolfsgraben knapp 12 Stunden später ab.

Im Einsatz standen die Feuerwehren Wolfsgraben, Breitenfurt, Irenental, Laab im Walde, Pressbaum, Purkersdorf und Tullnerbach mit 124 Mitgliedern, die in insgesamt 29 Fahrzeugen angerückt waren. Desweitern vor Ort waren Rettungskräfte und Beamte der Polizei, auch Bürgermeisterin Claudia Bock machte sich ein Bild der Lage.