Gämse in Pressbaumer Garten gesichtet. Die Suche nach Gen-Austausch lässt Wildtiere auch weite Wanderungen unternehmen, mitunter auch bis ins Flachland.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 21. Juni 2019 (03:44)
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Ein Pressbaumer erblickte eine Gams im Ortsgebiet. Das ist keine Seltenheit.

Ein Pressbaumer traute seinen Augen nicht, als er unweit von seinem Garten entfernt eine Gämse (Rupicapra rupicapra) erblickte. Die schaute sich kurz um und verschwand schnurstracks wieder in den Wäldern.

„Gämsen in unserem Gebiet sind etwas Besonderes, weil sie sonst nur im Gebirge vermutet werden“, sagt Friedrich Holzinger, der Jägervertreter ist und Förster bei den Österreichischen Bundesforsten. Junge Männchen würden ab einem gewissen Alter aus der Gruppe verdrängt und müssten sich ein eigenes Revier suchen. Durch diese natürliche Wanderung wird auch der Gen-Austausch von verschiedenen Populationen garantiert.

Instinkt führt Gämsen bis nach Pressbaum

Diese sogenannten „Fernwechsel“ sind hinlänglich bekannt und werden auch bei neuen Straßenprojekten berücksichtigt. Die bepflanzten Autobahnübergänge beispielsweise bei der Flughafenautobahn dienen dem Wildwechsel.

„Natürlich ist es heutzutage schwer, bei den vielen Autobahnen und Bundesstraßen, so weit zu kommen, aber es ist keine Seltenheit und so hat der Instinkt die Gämse nach Pressbaum geführt“, führt Holzinger weiter aus. Alle zwei, drei Jahre kommt ein Sommergast in den westlichen Wienerwald. Die nächsten bekannten Bestände von Gämsen sind im Gebiet des Eisernen Tores und am Anninger zu finden.

Geschossen werden dürfen die Tiere jedoch nicht.