Mit Herz und Hirn helfen. Der SamLa hilft seit 10 Jahren mit einem Konzept, das Hand und Fuß hat.

Von Lisa-Maria Seidl. Erstellt am 22. Juni 2019 (03:07)
Trenker
Samla-Geschäftsführer Herbert Willer, der ehemalige Purkersdorfer Bürgermeister Karl Schlögl, der Landespräsident des Samariterbund Otto Pendl, der Gablitzer Bürgermeister Michael Cech, der Purkersdorfer Bürgermeister Stefan Steinbichler und Mauerbachs Vizebürgermeister Erwin Hackl (v. l.) beim Fest zum runden Jubiläum des SamLa.

Der Samariterladen in Purkersdorf ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie im Buche steht. Seit zehn Jahren bietet er alles, was das Herz begehrt, zu kostengünstigen Preisen an. Bedürftige können dort ohne Stigma einkaufen gehen und auch für Schnäppchenjäger ist der SamLa die richtige Anlaufstelle.

„Die Idee dazu ist vor zwölf Jahren in einer lauen Sommernacht mit Freunden entstanden“, erzählt SamLa-Geschäftsführer Herbert Willer. „In meiner Zeit beim Samariterbund habe ich gesehen, dass die Armut bei uns immer mehr zunimmt, aber man spricht nicht darüber und der soziale Druck ist groß.“ Beim SamLa kann daher jeder einkaufen gehen, egal ob mit großem oder kleinem Geldbeutel. „Die Leute wollen nichts geschenkt“, weiß Willer.

„Wir können schnell und unkompliziert helfen. Da haben wir schon eine gewisse Vorreiterrolle.“ SamLA-Geschäftsführer Herbert Willer

„Zu Anfang gab es große Zweifel, ob denn das funktionieren kann. Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten. Heute ist der SamLa ein Fixpunkt und aus der Region nicht mehr wegzudenken“, erinnert sich Willer.

Ein wichtiges Anliegen ist dem SamLa-Chef, dazu beizutragen, Stigmata abzubauen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihm eine Begegnung an der Kassa: „Da sind zwei Herrschaften neben einander gestanden: ein gut betuchter Herr, der einen Kühlschrank für seine Gartenhütte wollte, und ein alleinerziehender Vater, der sich bei uns eine Küche leisten konnte. Keiner hat den anderen komisch angesehen oder von oben herab behandelt. Da habe ich gewusst: Jetzt haben wir es richtig gemacht!“

Der Reinerlös aus den Verkäufen kommt sozialen Zwecken zu Gute. Die sozialen Projekte werden meist von den Gemeinden an den SamLa herangetragen. Zum Teil handelt es sich um akute Notfälle. „Es kommen aber auch immer wieder Mitarbeiter von anderen NGOs zu uns, etwa vom Roten Kreuz oder von der Caritas, weil wir schnell und unkompliziert helfen können, wo andere Organisationen vielleicht etwas träger sind. Da haben wir schon eine gewisse Vorreiterrolle“, ist Willer stolz.

Darüber hinaus organisiert der SamLa immer wieder einwöchige Österreichurlaube für Familien aus dem Bezirk, die es besonders schwer haben. „Dabei geht es uns besonders um die Kinder, aber auch die Eltern sollen eine Verschnaufpause erhalten“, erklärt Willer. Unterstützt werden mit dem Erlös des SamLa außerdem die Wohlfahrtsstiftung des ASBÖ, die Eltern von kranken Kindern bei der medizinischen Betreuung finanziell unter die Arme greift, sowie die Samariterbund-Wunschfahrt, die schwer erkrankten Personen einen Herzenswunsch erfüllt.

Zwei- bis dreimal im Jahr wird die Wunschhütte beim SamLa aufgestellt, wo geplaudert, gegessen, getrunken und natürlich gespendet werden kann. „Uns ist es wichtig, speziell auch kleine Vereine zu unterstützen, die oft ganz tolle Arbeit leisten, aber nicht die mediale Aufmerksamkeit erhalten“, betont der SamLa-Chef.

Ein großer Teil der Dinge, die im SamLa angeboten werden, stammen aus Spenden, ein noch größerer Teil aus den Wohnungsräumungen. Bis zu 100 solche Räumungen führt der SamLa im Jahr durch. „Dabei kommen immer wieder schöne Kleinigkeiten zutage, etwa Geschirr, Vasen oder Ähnliches. Was nicht mehr benutzt werden kann, wird entsorgt“, informiert Willer.

Gut für die Menschen, gut für die Umwelt

Neben den sozialen Anliegen ist auch der Umwelt- und Nachhaltigkeitsgedanke ein wichtiger Aspekt des SamLa. Durch die Wiederverwendung von gebrauchten Gegenständen wird viel Müll vermieden. „Wir bieten auch immer wieder Workshops zum Thema Upcycling an“, berichtet Willer.

In den letzten zehn Jahren hat sich vieles getan. „Was sich am meisten verändert hat, ist die Einstellung der Leute. Wir haben Glück, dass es in unserer Region viel Überfluss gibt, aber es ist auch viel Bedarf da“, meint Willer. In Zukunft möchten der SamLa Purkersdorf und die Region mit verschiedensten Projekten und Aktionen begeistern. „Vieles davon ist noch in Planung“, so Willer. Ein großes Thema ist aber die Eröffnung eines zweiten SamLa-Marktes im Süden von Wien. Diese soll noch im Spätsommer dieses Jahres vonstattengehen.