Monobobpflicht für Olympiastart. Über nicht zu stemmende Kosten im Frauenbobsport.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 20. Mai 2020 (02:47)

Schon als beschlossen wurde, dass der bislang nur in Nachwuchsbewerben getestete Monobob olympisch werden soll, hat das Schockwellen in der Bobsportszene ausgelöst. Beschwichtigen konnte der internationale Verband (IBSF) die Entrüstung über den ungeliebten neuen Bewerb, indem versprochen wurde, dass den Athletinnen die Monobobs für alle Bewerbe zur Verfügung gestellt werden. Doch davon ist jetzt keine Rede mehr!

Die Athletinnen müssen bis Ende Mai einen Monobob für rund 22.000 Euro bestellen, der dann im September geliefert wird. Abstottern können sie den Betrag mittels Leasingrate auf drei Jahre. Das hat der Verband letzten Dienstag beschlossen. Für Athletinnen von finanzschwachen Verbänden bedeutet dies das Ende aller Olympiaträume. Denn nur mit einem Zweierbob darf man gar nicht starten. Wer auf den Monobob verzichtet, fliegt aus der Weltcupwertung und verliert somit seine Qualifikationschance für Peking 2022.

Aber damit nicht genug: Die Qualifikation wird 2021 wohl in den USA (WM in Lake Placid) und Peking (Vorolympischer Bewerb)entschieden. Der Transport von Zweier- und Monobob dorthin verschlingt Unsummen. Die Vormachtstellung Deutschlands wird so wohl einzementiert. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass die Monobobs eine Firma mit BMW-Nähe baut.