Gablitzer Imkerei Bieno hofft nun auf regionale Käufer

Wegen magerer Honigernte und fehlenden Märkten hoffen Imker auf regionale Käufer.

Erstellt am 04. Dezember 2021 | 05:02
Lesezeit: 2 Min
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Benno Karner und Eva-Maria Weber bieten in ihrem Hofladen in Gablitz verschiedenste Produkte aus Honig an.
Foto: Veraszto

Der Honig der Imkerei Bieno ist in diesem Jahr besonders wertvoll. Denn Benno Karner und Eva-Maria Weber hatten heuer kein leichtes Erntejahr:

„Wir Imker spüren den Klimawandel sofort“

Das kalte Wetter im Mai ließ die gesamte Honigernte um die Hälfte schrumpfen. Statt den üblichen 2 bis 2,5 Tonnen Honig, die aus zwei Ernten Ende Mai und Ende Juli gewonnen werden, gab es 2021 für die Imker nur rund eine Tonne des süßen Safts.

„Wir Imker spüren den Klimawandel sofort. Den Bienen geht es trotz des schlechten Wetters gut, sie fressen aber ihren eigenen Vorrat, den wir gerne gehabt hätten“, erzählt Benno Karner.

Die Imker blieben aber trotz der mageren Honigernte optimistisch. Mit Reserven aus dem Vorjahr wären die Gablitzer motiviert in das Weihnachtsgeschäft gestartet. Durch den jetzigen Lockdown fallen aber so gut wie alle Märkte aus. „Bei den Märkten holen wir uns das rein, wofür wir das ganze Jahr gearbeitet haben. Jetzt sieht es ziemlich trist aus“, sagt Eva-Maria Weber.

2009 hat sich Benno Karner seine ersten Bienenvölker gekauft. Was zuerst nur ein Hobby war, entwickelte sich für den Gablitzer zu einem erfüllenden Hauptberuf, für den sich auch Eva-Maria Weber begeistern konnte.

Beide gaben ihre Jobs in der Werbebranche auf. Seit 2015 konzentrieren sie sich auf ihre Bienenvölker und auf die Herstellung verschiedenster Bienenprodukte. Neben unterschiedlichen Honigarten gibt es in der Imkerei Bieno zum Beispiel auch Honigwein, Propolis oder Honigduftkerzen.

„Bei den Weihnachtsmärkten holen wir uns das rein, wofür wir das ganze Jahr gearbeitet haben. Jetzt sieht es ziemlich trist aus.“Eva-Maria Weber

Und da viele Weihnachtsmärkte nicht stattfinden hoffen die Imker, dass die Menschen wie vergangenes Jahr wieder auf Regionalität setzen. „Die Solidarität in der ersten Welle war super. Die Menschen sind gekommen und haben gesagt, bevor sie etwas im Internet bestellen, wollen sie lieber etwas Regionales und so wurde der Honig ein tolles Weihnachtsgeschenk“, sagt Karner.

Wer in den Abhof-Laden kommt, kann sich auch über die Besonderheiten der Imkerei informieren. Denn diese zeichnet sich nicht nur durch ihren Honig aus. Benno Karner und Eva-Maria Weber betreiben mit Bienentouren und verschiedenen anderen Veranstaltungen eine Erlebnisimkerei.

„Für uns ist das gelebter Umweltschutz. Wir wollen den Menschen das Erlebnis ,Biene‘ so naturnah wie möglich näher bringen. Denn geht es der Umwelt gut, geht es auch den Bienen und den Menschen gut“, sind sich Karner und Weber einig.