Purkersdorfer "Vorstadtherzen" helfen Familien in Not. Verein setzt sich seit vier Jahren dafür ein, Sorgen von Familien der Region zu lindern.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 07. Juni 2019 (03:46)
Vorstadtherzen
Nina Sampl, Ursula Walther, Karin Hohenwarter, Daniela Smykal, Hind Jassani, Andrea Wagner-Greiner und Paula Wagner(v. l.) sind die Vorstadtherzen.

Bei Stammtischrunden geht es meist um Fußball oder Politik. Der Stammtisch der Vorstadtherzen im Purkersdorfer Shakespeare Pub ist hingegen anders. Hier geht es darum, wie Familien geholfen werden kann. Vor genau vier Jahren gründete sich der Verein und hat seither mehr als 20.000 Euro für Menschen aus der Region gespendet.

Vor drei Wochen wurde Karin Hohenwarter auf die Bühne der „Bühne“ in Purkersdorf gebeten. Das Purkersdorfer Kabarett-Duo Monica Weinzettl und Gerold Rudle übergaben ihr einen Scheck über 2.455 Euro. Die beiden kennen die Vorstadtherzen, weil auch ihr Lieblingslokal das Shakespeare Pub ist. Aus einem flüchtigen „Hallo“ ist eine Freundschaft entstanden und, wie Weinzettl auch beeindruckend erklärte, „die tun sich wirklich etwas an“.

"Aber wir haben uns gesagt, dass es uns im Großen und Ganzen gut geht, und dass wir etwas zurückgeben möchten“

Im März 2015 saßen die Damen, rund um Karin Hohenwarter, wieder einmal im Pub beisammen. „Wir haben im alltäglichen Leben selbstverständlich auch unsere Herausforderungen. Sei es mit der Familie, Kindern oder auch im Job. Aber wir haben uns gesagt, dass es uns im Großen und Ganzen gut geht, und dass wir etwas zurückgeben möchten“, erklärt Hohenwarter die Idee zur Vereinsgründung.

Es soll Familien in der Region geholfen werden. „Wenn beispielsweise ein Elternteil erkrankt und vom Job aus beurlaubt wird, dann fehlt ein Teil des Einkommens. Da kann es vorkommen, dass durch einen finanziellen Engpass die Kinder dann nicht an einem Schulskikurs teilnehmen können. Und gerade bei Kindern geht es schnell, dass sie ausgeschlossen werden“, schildert Hohenwarter einen Fall. Oder ein Kind braucht einen Laptop. „Wir haben ein fast neues Gerät gekauft und dem Kind übergeben. Das hat sich den Haxen ausgefreut. Das macht schon ein gutes Gefühl, wenn man da helfen kann“, erinnert sich Hohenwarter.

Niemals Bargeld, direkte Hilfe ist angesagt

Musste nur noch ein passender Name gefunden werden. „Irgendetwas mit ,Herz’ sollte darin vorkommen“, so Hohenwarter. Brainstorming war angesagt und wie aus dem Nichts kam plötzlich der Vorschlag „Vorstadtherzen“. „Ich weiß nicht genau woher das kam, die Serie ,Vorstadtweiber’ war zu dieser Zeit recht angesagt, vielleicht kam der Geistesblitz daher“, mutmaßt Hohenwarter. Jedenfalls passte der Name zu der Mädelstruppe, und auch ein Logo war schnell kreiert.

Zu Beginn war es jedenfalls etwas schwierig, an „Fälle“ zu kommen. „Die Leute sollten ja aktiv auf uns zukommen und uns ihr Problem schildern, damit wir helfen können. Das passiert aber selten. Die Informationen bekommen wir über Schulen, Vereine oder auch einmal über Bürgermeister. Es muss alles vollkommen anonym ablaufen“, erklärt Hohenwarter.

Dass jemand kommt und um Geld bittet, würde jedenfalls nicht reichen. „Wir setzten uns dann intensiv mit dem Problem auseinander. Bargeld haben wir noch niemals übergeben. Wir bezahlen Rechnungen oder kaufen, wie gesagt, Sachen, die dringend benötigt werden“, so Hohenwarter.

Aber auch bei Aktivitäten der Gemeinden sind die Vorstadtherzen dabei. Heuer wird man sie noch beim Gablitzer Dorffest sehen.