Pkw-Lenker brachte Radfahrer zu Sturz. Autofahrer (64) bremste nach riskantem Überholmanöver abrupt vor Radler ab. Wegen Nötigung landete er vor Gericht.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 10. August 2019 (03:03)
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Symbolbild

Stau bei einer Baustelle in Mauerbach erhitzte am 4. August 2018 die Gemüter von Autofahrern. Als dort dann auch noch ein Radfahrer das Fortkommen von Pkw-Lenkern behinderte, geriet ein 64-Jähriger in Rage. Den Radfahrer soll er mit seinem Auto ohne Einhaltung eines Sicherheitsabstands überholt und dann durch abruptes Abbremsen zum Sturz gebracht haben. Nötigung wird dem Wiener nun am Landesgericht in St. Pölten vorgeworfen.

Geständig ist der 64-Jährige im Prozess nicht. „Der Radfahrer hat mein Auto attackiert. Um ein Chaos zu verhindern, habe ich ihn überholt. Dann bin ich stehengeblieben, um ihn zur Rede zu stellen. Da hat er wie ein Wahnsinniger beschleunigt und ist auf mein Auto draufgefahren“, entrüstet er sich.

Völlig anderes schildert der Radfahrer, ebenfalls ein Wiener. „Seinen Spiegel habe ich eingeklappt, weil ich keinen Platz hatte. Vor mir hat er eine Vollbremsung gemacht und ich eine Notbremsung. Es ist sich aber nicht ausgegangen, ich bin aufgefahren, aufgestiegen und am Asphalt zum Liegen gekommen“, so der 56-Jährige. Prellungen und Abschürfungen erlitt er bei dem Sturz. Ein Zeuge bestätigt seine Version.

Die Richterin bietet dem Angeklagten Diversion statt Strafe an. „Aber nur bei Schuldeinsicht“, sagt sie. Da besinnt sich der 64-Jährige eines Besseren und sagt: „Es ist so passiert.“ 80 Stunden gemeinnützige Leistung muss er erbringen, dann kann das Verfahren eingestellt werden.