Mauerbach

Erstellt am 13. Juni 2018, 05:10

von Marlene Trenker

Schlussstrich unter Dauerprovisorium . Das neue Gemeindeamt im Kutscherstall wurde nun mit einem Festakt offiziell eröffnet.

Bundesdenkmalamt-Präsidentin Barbara Neubauer mit Bürgermeister Peter Buchner (r.) sowie den Architekten Rolf Neustädter und Roman Mramor bei der Eröffnung des Gemeindeamts.  |  NOEN, Trenker

Noch am Tag zuvor war die Entscheidung getroffen worden, die Eröffnung des Gemeindeamtes doch draußen über die Bühne zu bringen. Diese wurde dann zu einer regelrechten Hitzeschlacht. Die offizielle Einweihung war das, was noch fehlte, nachdem das Gemeindeamt bereits länger geöffnet hat. Wegen der sommerlichen Temperaturen erteilte Bürgermeister Peter Buchner allen Uniformträgern die Marscherleichterung. Georg Kabas holte Amtsleiter Peter Mayer auf die Bühne, der über den Umzug und das alte Gemeindeamt erzählte. Die Gemeinde war darin 27 Jahre lang untergebracht.

„Wir waren in ganz Niederösterreich dafür bekannt"

Eigentlich sollte das eine Übergangslösung sein. „Aber wie es in Österreich so ist, dauert ein Provisorium 27 Jahre lang“, meinte Peter Mayer. Außerdem sei es nicht sehr ansehnlich gewesen. „Wir waren in ganz Niederösterreich dafür bekannt“, erinnert sich Peter Mayer. Die Gemeinderatssitzungen fanden teilweise in der Volksschule statt, wo die Mandatare auf Tischen saßen.

Auf die Frage, ob die Mitarbeiter denn die nötige Motivation für eine Übersiedlung aufbringen könnten, hatte Mayer eine deutliche Antwort: „Die Mitarbeiter konnten es kaum erwarten, ins neue Amt zu ziehen.“

Eine neue Heimat bekamen auch das Blasorchester Steinbach-Mauerbach sowie das Heimatmuseum. „In 37 Jahren sind wir fünf Mal umgezogen. Nun haben wir endlich ein Probenlokal“, ist Obmann Franz Strnad Bürgermeister Peter Buchner sehr dankbar. Auch das Heimatmuseum brachte die Übersiedlung erfolgreich über die Bühne.

„Aber wie es in Österreich so ist, dauert ein Provisorium 27 Jahre lang.“ Peter Mayer über das alte Gemeindeamt, das eigentlich nur ein Provisorium war

Margarete Hohnecker erzählte gemeinsam mit Sigurd Meixner die turbulente Geschichte des Kutscherstalls. Dieser wurde vor ungefähr 200 Jahren von einem Herren gebaut, der einer Dame imponieren wollte. Im Laufe der Zeit verfiel das Objekt immer weiter, bis die Gemeinde nicht nur das Areal für die Schlossparkhalle kaufte, sondern auch jenes, auf dem der Kutscherstall steht. Es folgten Diskussionen über Abriss oder Revitalisierung. Auf Bestreben von Sigurd Meixner wurde das Gebäude schließlich unter Denkmalschutz gestellt. Der erste Anlauf, den Kutscherstall zum Gemeindeamt umzubauen, scheiterte. Daraufhin wurde das ehemalige Sägewerk in der Allhangstraße als provisorisches Gemeindeamt angemietet.

Erst durch Bürgermeister Peter Buchner kam wieder Bewegung in Sachen Gemeindeamt im Kutscherstall. Nach der Umbauphase, die nicht immer ganz glatt lief, da ein Arbeiter verletzt wurde und einmal Baugeräte gestohlen wurde, konnte das neue Gemeindeamt am 3. April seine Pforten öffnen.