Von Tullnerbach zum Nordkap – in Oldtimern. Irenentaler hat ein recht intensives Hobby. Er sammelt alte Autos. Vor allem die Marke Alfa Romeo hat es ihm angetan.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:00)
Hackl
Gerhard Hackl zeigt seinen ganzen motorisierten Stolz: einen Alfa Romeo 2600 Sprint Bj. 1964 silber und einen Alfa Romeo 1900 Supersprint Bj. 1957 mit Aluminiumkarosserie.

Vor rund zwei Wochen blieb dem Tullnerbacher Gerhard Hackl beinahe das Herz stehen. Ein herrenloses Auto krachte durch den Zaun seines Vorgartens und verpasste sein dort parkendes Auto nur um Haaresbreite. Das Auto ist aber nicht irgendeines, es ist ein Alfa Romeo 2300 Rio, Baujahr 1978, ein Oldtimer, mit dem Hackl etwas ganz Besonderes vor hat. Hackl will nämlich mit seinem Alfa Romeo zum Nordkap fahren.

„Das ist sich gerade noch ausgegangen. 15 Zentrimeter weiter links, und ich hätte blöd dreingeschaut“, schildert der Oldtimer-Sammler die Situation, als er das Auto in seinem Vorgarten vorfand. Als er eines Tages auf seine Autosammlung blickte und sich mit einem Freund unterhielt, entstand die Idee, mit Oldtimern ans Nordkap zu fahren.

Route ist fest verplant und festgelegt

„Das ist aus einem alten Pioniergeist entstanden“, sagt Hackl, der zum Zeitpunkt der Erscheinung schon unterwegs ist. „Wenn man diese Strecke mit Oldtimern zurücklegt, besteht immer die Möglichkeit einer Panne. Daher muss man sich einerseits ausreichend Zeit und andererseits auch entsprechende Ersatzteile mitnehmen“, spricht Hackl von der besonderen Herausforderung. Alleine unternimmt er die Fahrt nicht, ein befreundetes Pärchen begleitet die Hackls, ebenfalls in einem Oldtimer.

Die Route führt die Truppe über Dänemark nach Schweden und Finnland. „Stets am Festland“, betont der Oldtimer-Pionier. Danach geht es weiter den Nordic Circle entlang und dann wieder nach Norwegen. „Die Route ist genau festgelegt, wir haben auch am Weg dorthin Unterkünfte gebucht“, so Hackl.

„Ich habe derzeit zehn Oldtimer aus unterschiedlichen Epochen, von 1953 bis in die frühen 80er Jahre“

Ursprünglich kommt Hackl aus dem Waldviertel. Seine Oldtimer hat er aber schon seit 30 Jahren im Irenental stehen. „Ich habe derzeit zehn Oldtimer aus unterschiedlichen Epochen, von 1953 bis in die frühen 80er Jahre“, erklärt Hackl. Angefangen hat er neben seinem Beruf als Beamter, sich die Feinheiten der Oldtimer-Wartung autodidaktisch beizubringen. Die Reparaturen führt er zum größten Teil selbst durch, nur lackiert wird außerhalb seiner Garage.

„Wenn ich ehrlich bin, geht die gesamte Freizeit für mein Hobby drauf. Nebenbei gehe ich vielleicht noch ein bisschen Mountainbiken“, scherzt Hackl. Denn es heißt auch in der Community präsent sein, denn an die Ersatzteile komme man nur, wenn man gut vernetzt ist. „Bisher ist es mir noch immer gelungen, jeden Ersatzteil aufzutreiben“, erklärt Hackl, der nach Italien besonders gute Verbindungen pflegt.

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