Gastro-Bilanz: „Essengehen wird anders zelebriert“. Wirt Oliver Pobaschnig berichtet über seine Corona-Erfahrungen und lädt zum großen Sommerfest am Samstag.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 11. Juli 2020 (05:57)
Freut sich auf sein großes Sommerfest mit Live-Musik, Bars und Grillerei am Samstag, 11. Juli, ab 15 Uhr: Gastwirt Oliver Pobaschnig.
Kindler

„Alle Mitarbeiter sind wieder angestellt. Der Betrieb läuft gut“, freut sich Oliver Pobaschnig, Chef vom Wirtshaus Oliver in Wolfsgraben. Was ihm derzeit Kopfzerbrechen bereitet, ist das unbeständige Wetter.

„Wetter trifft mich fast mehr als Corona“

„Seit sechs Wochen haben wir ein Wetter, das vom Sommer weit entfernt ist. Meistens beginnt es am späten Nachmittag zu regnen und da fehlen dann die Gäste, die spontan zum Essen und Trinken vorbeikommen. Das trifft mich fast mehr als Corona“, so der Gastwirt.

Für sein großes Sommerfest am Samstag, 11. Juli, ab 15 Uhr hofft er jedenfalls auf gutes Wetter. „Ich bin aber sehr zuversichtlich“, sagt er. Geboten wird Live-Musik von Remo Cesare und es gibt Gegrilltes vom Grillhendl über Bratwürstel und Curry-Kokos-Linsen für die Vegetarier.

Drei verschiedene Bars sollen außerdem viele Gäste anlocken. „Der Eintritt ist frei, einfach kommen“, lädt Pobaschnig ein. Das Fest organisiert er auch, weil den Bürgern solche Veranstaltungen abgehen, ist Pobaschnig überzeugt. „Sonst hat es zum Beispiel immer ein Sonnwendfeuer von der Feuerwehr gegeben, aber das fällt ja heuer aufgrund von Corona aus.“

„Ich verkaufe ein Gefühl“

Während der Ausgangsbeschränkungen hat sich Pobaschnig dazu entschieden, sein Lokal für zwei Monate komplett zu schließen und auch kein Abhol- oder Lieferservice anzubieten. „Dass Essen und Trinken in einem Lokal gut schmecken, das sollte Standard sein. Ich verkaufe ein Gefühl“, sagt er.

Pobaschnig glaubt auch, dass sich die Gastro-Szene in einer Aufbruchstimmung und Umstrukturierung befindet. „Das Essengehen wird anders zelebriert und zum Gesamterlebnis“, ist er überzeugt. In seinem Gasthaus sei man mit Kegelbahn, Restaurant und Markt glücklicherweise gut aufgestellt. Sogar Kunst kann man sich ansehen und kaufen.

Untätig war Pobaschnig während der Schließung nicht. Der Terrassenboden wurde saniert, und kürzlich hat er noch einmal offensiv in die Werbung auf Facebook und Instagram investiert. So hofft er, auch neues Publikum ansprechen zu können. „Zum Beispiel Gäste aus Wien, die zu Kaffee und Kuchen mit den Rädern vorbeischauen“, hofft er.

Sorgen wegen einer möglichen Ansteckung macht er sich nicht. „Die Gäste sind alle diszipliniert, und wir haben Platz genug zwischen allen Tischen, um auch Feiern abhalten zu können.“ Was ihm persönlich schwerfällt, ist es den Leuten nicht mehr die Hand zum Gruß reichen zu können. „Das ist einfach in mir drinnen.“