Pressbaum

Erstellt am 10. März 2018, 05:37

von Beate Riedl

Josef Erber: „Dort wo ich anfing, höre ich wieder auf“. Der Pressbaumer Inspektionskommandant Josef Erber ging in Pension, seine Polizeikarriere startete und endete im Bezirk St. Pölten.

Josef Erber war 15 Jahre lang Inspektionskommandant bei der Polizei Pressbaum, nun verabschiedete er sich in den Ruhestand. Für seinen langjährigen Einsatz und seine Verdienste wurde er kurz zuvor mit dem goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.  |  NOEN, LPD NÖ

Nach 42 Jahren bei der Polizei, davon 15 Jahre als Kommandant in Pressbaum, verabschiedete sich Josef Erber in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wurde mit 1. März sein Stellvertreter Lars Haslinger. „Nun wird die Stelle des Stellvertreters ausgeschrieben“, heißt es von der Landespolizeidirektion. Mit der NÖN zog Josef Erber Bilanz über seine Karriere, Einsätze, Pläne in der Pension und seine Wünsche an seinen Nachfolger und seine Kollegen.

NÖN: Sie waren fast auf das Monat genau 42 Jahre bei der Polizei. War jetzt der richtige Zeitpunkt für Sie in Pension zu gehen?
Josef Erber: Eigentlich hätte ich vorgehabt, schon früher zu gehen, aber dann ist die Bezirkszusammenlegung dazwischen gekommen. Da hab‘ ich gesagt: „Ich habe im Bezirk St. Pölten angefangen, also höre ich dort auch wieder auf.“ Ich bin 1976 der Gendarmerie in Herzogenburg beigetreten und gehe jetzt in Pressbaum in Pension. Und man soll ja bekanntlich aufhören, wenn‘s am schönsten ist.

Worauf freuen Sie sich jetzt am meisten?
Jetzt habe ich Zeit, in Ruhe meinen Garten zu machen, Rad zu fahren und zu wandern. Ich möchte gemeinsam mit meiner Frau längere Radtouren unternehmen, unter anderem mit dem Rad vom Neusiedler See zum Bodensee fahren, oder auf den Großglockner. Fad wird mir sicher nicht, auch meine Enkelkinder werden mich auf Trab halten.

Und was wird Ihnen am meisten abgehen?
Es war jetzt an der Zeit zu gehen, jetzt kommt ein neuer Lebensabschnitt. Aber meine Kollegen werden mir auf jeden Fall abgehen. Ich möchte gerne den Kontakt aufrecht erhalten.

Es war jetzt an der Zeit zu gehen, jetzt kommt ein neuer Lebensabschnitt.

Sie waren 15 Jahre bei der Polizei in Pressbaum, zuvor in Kaltenleutgeben und Perchtoldsdorf (Bezirk Mödling). Welche Fälle sind ihren in besonderer Erinnerung?
Da gab es einige aufsehenerregende Fälle. Da erinnere ich mich an einen Cobra-Einsatz in Pressbaum, weil ein Mann in seiner Wohnung randalierte und alles zerstört hat. Oder an die Trafikeinbrecher, die wir auf frischer Tat ertappt haben. Der wohl grausamste Fall war der Mord in Mauerbach, wo ein Mann seine vier Kinder ermordete und sich dann selbst das Leben nahm. Ich war damals mit einem Kollegen direkt vor Ort.

Zum Nachfolger als Inspektionskommandant wurde ihr Stellvertreter Lars Haslinger. Was wollen Sie ihm mit auf den Weg geben?
Es ist wichtig, gut zusammenzuarbeiten, sowohl mit den öffentlichen Einrichtungen, als auch mit den Kollegen, und auch ausreichend Personal zur Verfügung zu haben, denn nur so ist die Sicherheit gewährleistet. Ich wünsche meinen Kollgen, dass sie immer gesund von den Einsätzen nach Hause kommen.

Es ist wichtig, gut zusammenzuarbeiten, sowohl mit den öffentlichen Einrichtungen, als auch mit den Kollegen

Und was wünschen Sie sich für die Zukunft der Dienststelle in Pressbaum?
Leider habe ich es nicht mehr geschafft, dass ich in Pressbaum mit meinen Kollegen in eine neue Dienststelle ziehen kann. Die Rede ist ja schon sehr lange davon. Ich hoffe, dass das bald umgesetzt wird.