Erstellt am 14. Juli 2018, 05:33

von Beate Riedl

„Nichts gesehen“ nach Alkounfall. Nach Crash 2016 mussten sich Zeugen und Angeklagter wegen Falschaussage verantworten.

Symbolbild  |  APA (Webpic)

„Die Idee war von mir“, zeigt sich einer der drei Angeklagten vor Richterin Alexandra Glösl am Landesgericht St. Pölten geständig. Der 50-Jährige aus dem Bezirk Bruck an der Leitha und sein Bekannter (47) aus Neustift-Innermanzing saßen wegen falscher Beweisaussage, ein Pressbaumer (57) wegen versuchter Bestimmung zur falschen Beweisaussage vor Gericht.

„Wir wollten uns da raus halten“

Nach einem Alko-Unfall im November 2016 in Neustift-Innermanzing, bei dem der Pressbaumer mit seinem Pkw in den Wagen eines Laabeners gekracht war, haben die beiden angegeben, vom Unfall nichts gesehen zu haben, da der Crash hinter ihnen passiert sei. „Wir wollten uns da raus halten“, gibt sich der 50-Jährige kleinlaut. Und er fügt hinzu, dass der Unfallverursacher dann die beiden Zeugen aufgefordert haben soll, „zu seinen Gunsten auszusagen, denn sonst bleibt er über“, erinnert sich der 50-Jährige. Erst bei der zweiten Einvernahme gaben sie an, dass sie hinter den Unfallautos unterwegs waren. Ob sie überhaupt etwas gesehen haben und vor allem was, sei nicht Gegenstand der Verhandlung, klärt die Richterin auf.

Ob der Unfalllenker sie zu einer Falschaussage überreden wollte, oder ob das von den Zeugen ausging, galt es dann zu klären. Der Pressbaumer erklärte schließlich, er habe gewollt, dass die beiden die Sachlage richtig stellen und aussagen, hinter ihm gefahren zu sein. Was sie gesehen haben oder nicht, könne er ohnehin nicht sagen.

Die beiden Zeugen des Unfalls müssen als diversionelle Maßnahme eine Geldbuße von 2.300 und 1.880 Euro bezahlen, „da sie nachträglich doch die Wahrheit gesagt haben“, führt Richterin Alexandra Glösl aus. Beide nahmen das Urteil an. Der dritte Angeklagte wurde „im Zweifel“ freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Das Verfahren zum Unfall ist noch im Laufen.