Spezialeffekt im Probelauf. Das Unternehmen „Loopding“ bietet Kameratechnik im Hollywood-Stil.

Von Martin Gruber-Dorninger und Lisa-Maria Seidl. Erstellt am 14. Februar 2019 (12:08)
Ernst Jauck
Mäx (l.) und Julia Beer durften ihre Special Effects bei Karl Takats in der Bühne ausprobieren.

Wie am Set eines Hollywood-Filmes ging es diese Woche in der „Bühne“ zu. „Bullet Time“, eine Technik, die sonst nur für Spezialeffekte in aufwendigen Kinofilmproduktionen zum Einsatz kommt, brachten Julia und Mäx Beer nach Purkersdorf. Dabei entsteht für den Zuseher der Eindruck einer Kamerafahrt um ein in der Zeit eingefrorenes Objekt.

Loopding
60 Kameras werden in einem Halbkreis positioniert und synchron ausgelöst. So ergibt sich ein Mini-Film von einem Bild aus verschiedenen Ansichten.

„Bühne-Chef Karl Takats ist immer für neue Ideen offen und zu begeistern. Für ihn war das gar kein Thema, diese neue Technologie in seiner Bühne zu probieren“, ist Julia Beer dankbar. Als Testimonials für das aus 60 Kameras bestehende 360-Grad-System fungierten dabei Monica Weinzettl und Gerold Rudle, die in der „Bühne“ gerade für ihr neues Programm probten. Sie zeigten, dass sich der Spezialeffekt nicht nur für Actionszenen à la „Matrix“ eignet, sondern dass man damit auch jede Menge Spaß haben kann.

„Alle Kameras lösen simultan aus. Unterstützt durch eine spezielle Software wird aus den Einzelbildern ein Kurzvideo erzeugt, das die Person im gefrorenen Zustand in einer fließenden Bewegung um die eigene Achse darstellt. Im Spannungsfeld dieses Widerspruchs liegt der große Reiz dieser Bildgestalt“, erklärt Beer. Ihr neues Unternehmen „Loopding“ gründete das Paar im Dezember 2018. Mäx Beer führt zudem seit 25 Jahren eine Ton- und Lichtverleih-Firma und ist Tontechniker. Ihn verbindet eine ganze Menge mit Purkersdorf. Zuletzt war er als Tontechniker für Conchita Wurst bei den Proben in der „Bühne“ mit dabei.

Viefältig für Film, Fernsehen und Events

Die Anwendungsfelder der „Bullet Time“ bei Film, Fernsehen, Werbung oder im Eventbereich sind vielfältig. „Besonders die rasche Fertigstellung des Mikrovideos begeistert. Innerhalb von 30 Sekunden nach Auslösung der 60 Kameras ist das fertig stabilisierte Video am Bildschirm sichtbar und kann mittels Sharingstationen heruntergeladen werden“, so Beer. Damit eignen sich die Videos auch als Giveaway bei Veranstaltungen. Auch der ORF ist schon auf die junge Firma aufmerksam geworden. Eine Anwendung der Technologie in der einen oder anderen ORF-Produktion ist denkbar.