Gemeinderäte setzen auf Erfahrung. Purkersdorf hat mit durchschnittlich 51,3 Jahren den jüngsten Gemeinderat,

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 13. Februar 2019 (05:31)
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Symbolbild

Ein gesunder Gemeinderat sollte den Querschnitt der Bevölkerung abbilden und möglichst alle repräsentieren. Dabei sollen unterschiedliche Berufsgruppen ebenso vertreten sein, wie auch alle Altersgruppen. Die NÖN schaute sich bei den Gemeinderäten der Region um, wie es denn um die Altersstruktur bestellt ist. Und siehe da, unsere Gemeinderäte sind doch ein wenig in die Jahre gekommen.

NOEN

42,6 Jahre ist der durchschnittliche Mensch 2018 in Österreich alt. Der durchschnittliche Gemeinderat in der Region Purkersdorf ist jedoch deutlich älter. Am ältesten ist jener von Mauerbach, der es im Durchschnitt auf stolze 57,9 Jahre bringt. In den Städten hingegen gibt es die jüngsten Gemeinderäte – Purkersdorf (51,3 Jahre) und Pressbaum (53,7 Jahre).

„Die Erfahrung von vielen älteren Gemeinderäten ist nicht zu ersetzen.“ Alfred Gruber (SPÖ), Vizebürgermeister von Pressbaum

Warum ist die jüngere Generation so unterdurchschnittlich vertreten? – Die NÖN fragte bei Stadtverantwortlichen nach.

Purkersdorfs Bürgermeister Stefan Steinbichler ist 43 Jahre alt. Er repräsentiert eigentlich genau den Altersdurchschnitt des Österreichers. Im Purkersdorfer Gemeinderat zählt er aber zu den jüngsten. „Ich würde sagen, zum jüngsten Viertel“, glaubt Steinbichler. Er schätzt die Mitarbeit der älteren Gemeinderäte in seinem Team sehr.

In Purkersdorf hat Verjüngung begonnen

„Die bringen alle Erfahrung mit und wenn jemand durch eine Wahl in der Funktion als Gemeinderat bestätigt wird, dann soll er auch bleiben dürfen. Das Alter sollte dabei keine Rolle spielen“, so Steinbichler. In den letzten Monaten habe aber im Purkersdorfer Gemeinderat eine Verjüngung stattgefunden. „Nun wird auch noch Dieter Pawlek angelobt, der Fritz Köckeis im Gemeinderat ersetzen wird“, erklärt Steinbichler.

Dass es in Pressbaum am Politiker-Nachwuchs mangelt, glaubt Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner nicht: „Auf unserer Liste stehen sehr viele Junge und es werden auch bei der nächsten Wahl wieder viele oben stehen. Einige davon arbeiten auch schon fraktionell mit, sind aber nicht im Gemeinderat vertreten, da sie sich gerade noch im Aufbau einer Familie befinden oder das Studium vorher abschließen wollen.“

Pressbaums SPÖ-Vizebürgermeister Alfred Gruber ortet hier aber schon ein Problem: „Es ist oft nicht leicht für Menschen, die im Beruf stehen. Arbeitgeber zeigen wohl eher selten Verständnis dafür, wenn die Arbeitsleistung darunter leidet, dass jemand auch eine Funktion als Gemeinderat ausübt.“ So würden eher Pensionisten in Frage kommen. „Außerdem ist die Erfahrung von vielen älteren Gemeinderäten nicht zu ersetzen“, hebt Gruber beispielsweise das Engagement von Peter Grosskopf hervor, der sich jenseits der Mitt-Siebziger befindet und sich beispielsweise immer noch voll für die E-Mobilität ins Zeug legt.

Das höchste Durchschnittsalter in der Region hat der Gemeinderat in Mauerbach. „Es wird schon immer schwieriger, Leute für die Gemeindepolitik zu begeistern, obwohl es bei den einzelnen Parteien auch unterschiedlich schwierig ist“, glaubt Mauerbachs Bürgermeister Peter Buchner. Ihm sei es vor der letzten Wahl gelungen, die Gemeinderäte seiner Fraktion deutlich zu verjüngen. „Die Ausgewogenheit in einem Gemeinderat ist sehr wichtig. Es sollte eine gute Mixtur aus Erfahrung und jugendlichem Elan sein“, so Buchner.