Erstellt am 13. Juni 2018, 05:14

von Martin Gruber-Dorninger

Polizist postet NS-Bild auf Facebook-Seite. Staatsanwalt nahm Ermittlungen gegen Beamten aus der Region wieder auf, auch Exekutive überprüft die Vorwürfe.

Symbolbild  |  APA (dpa/Symbolbild)

Mit einem Bild von Wehrmachtsoldaten, die eine Tür eintreten und dem Satz „Horch was kommt von draußen rein... Hausbesuche vom Fachmann seit 1933“, das er auf seiner Facebook-Seite postete, beschäftigt ein Polizist aus der Region nun erneut die Staatsanwaltschaft. Bereits Anfang des Jahres war er mit einem Bild von einem Modellflieger mit Hakenkreuz im Visier der Ermittler gelandet, wie der Standard berichtete.

Dieses Bild postete ein Polizist aus der Region auf seiner Facebook-Seite.  |  NOEN, Screenshot Facebook

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten Karl Wurzer bestätigt, dass bereits im März ein Verfahren gegen den Mann, der in Wien als Polizist arbeitet, eingestellt worden war: „Jetzt wurde wieder Anzeige erstattet, weil noch weitere Bilder auf dem Profil des Mannes seien.“ Ermittlungen sind bereits eingeleitet worden, wann es zu einem Ergebnis kommt, könne er noch nicht sagen. Mit dem Fall setzt sich auch die Polizei in Wien als dessen Arbeitgeber auseinander.

Fall beschäftigt auch das Parlament

„Die neuen Vorwürfe werden von der Staatsanwaltschaft und von der Polizei disziplinär geprüft“, gibt Daniela Tunst von der Polizei Wien Auskunft. Je nach Schwere werde dann eine Entscheidung getroffen. Im Parlament brachten die SPÖ und die Liste Pilz auch eine Anfrage zu diesem Fall an den Purkersdorfer Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) ein.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte der Gablitzer Gemeinderat Florian Ladenstein (Grüne Liste Gablitz). Er informierte Karl Öllinger, den Betreiber der Seite stopptdierechten.at. Auf NÖN-Anfrage zieht der Gablitzer eine ernüchternde Bilanz: „Es ist mehr als alarmierend, dass bei uns in der Region für einige Personen offenbar das Undenkbare wieder denkbar wird.“ Er verweist auch auf Nazi-Schmierereien vor dem Gymnasium in Purkersdorf sowie am Bahnhof Eichgraben. „Aber auch im Internet sind verhetzende Kommentare und die Verherrlichung geschichtsbelasteter Bilder keine Seltenheit mehr“, so Ladenstein.